Grundrente
Gut, aber keine Großtat

Der Grundrenten-Kompromiss weist Qualitäten auf, weil er den jeweiligen Extrem-Entwürfen die Spitze nimmt. Eine Großtat der Koalition ist es wahrlich nicht. Ein Kommentar.

Dienstag, 12.11.2019, 12:48 Uhr

Natürlich liegt der Verdacht nahe, dass der Druck des Kalenders, der in Kürze die SPD-Genossen zu koalitionspolitisch existenziellen Beschlüssen zusammenführen wird, eine Einigung in Sachen Grundrente forciert haben dürfte. Schließlich darf den Abgeordneten unterstellt werden, gern bis 2021 im Parlamentbleiben und Neuwahlen verhindern zu wollen; das dientschließlich den eigenen Ruhestandsbezügen . . .

 

Also – Operation gelungen, Patient tot? Nein. Der Kompromiss weist Qualitäten auf, weil er den jeweiligen Extrem-Entwürfen die Spitze nimmt. Das milliarden­teure Wahlversprechen der SPD , die Grundrente mit demFüllhorn unter das Volk zu bringen, ist vom Tisch. Und die Bedarfsprüfung, die Bedürftigkeit klärt, ist vernünftig und zieht dem Thema finanziell Korsettstangen ein.

 

Natürlich schreien die jungen Leute, aktuell die JungeUnion, Zeter und Mordio, weil erneut ältere Leute rententechnisch begünstigt werden und die Jugend die Zechedafür zahlen muss. Deshalb ist die Grundrente auchwahrlich keine Großtat; es bleibt die eigentliche Herkulesaufgabeder Politik, die Altersvorsorge für die heutigen Beitragszahler belastbar und sicher zu gestalten.

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