Kommentar
Internetportale dürfen für Nutzer klagen: Sieg für Verbraucher

Wer Mietärger ohne eigenen Rechtsanwalt lösen will, kann auf die Hilfe von Legal-Tech-Unternehmen zurückgreifen. Der BGH bestätigt in einem Grundsatzurteil die Klagebefugnis für das Online-Portal. Ein Kommentar.

Mittwoch, 27.11.2019, 18:49 Uhr aktualisiert: 27.11.2019, 19:32 Uhr
Bei wenigermiete.de kann der Verbraucher Rechtsberatung bekommen.
Bei wenigermiete.de kann der Verbraucher Rechtsberatung bekommen. Foto: Gunnar A. Pier

Streitereien mit Vermietern, Reiseanbietern und Fluggesellschaften sind alltäglich. Oft geht es für den Mieter bzw. Verbraucher nicht um Riesensummen. Einen Anwalt mit dem Fall zu beauftragen, kann daher zu teuer sein. Über Angebote, die nur im Erfolgsfall Kosten verursachen, freuen sich die Konsumenten.

Mit dem Urteil des Bundesgerichtshofs bleibt die Nutzung von Internetportalen für übervorteilte Kunden ein Weg, risikolos auf ihr Recht zu pochen. Schon 2008 hatte die Bundesregierung den Markt für Rechtsberatung liberalisiert. In der Folge entstanden auf diesem Sektor zahlreiche Internetanbieter. Diese Offerten bekommen jetzt durch die BGH-Rechtsprechung Rückenwind.

Und: Die unkomplizierte Möglichkeit Verbraucherrechte in Anspruch zu nehmen, beschert den Betroffenen nicht nur oft bares Geld. Sie dürfte auch Unternehmen und Vermieter dazu drängen, ihren Verpflichtungen bereitwilliger nachzukommen – auch, ohne dass juristische Schritte angedroht werden. Die Karlsruher Richter haben also die Konsumentenrolle gestärkt. In Zeiten komplizierter Produkte und Dienstleistungen sowie aggressiver Vertriebspraktiken ist das ein Sieg für den Verbraucher.

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