Kommentar
Mieten steigen auch 2020

Der Deutsche Mieterbund erwartet auch im Jahr 2020 wieder eine durchschnittliche Mietsteigerung von 2,5 bis 3,5 Prozent. Ein flächendeckender Mietendeckel ist nach Ansicht unseres Redakteurs Mirko Heuping jedoch keine Lösung.

Freitag, 13.12.2019, 17:52 Uhr aktualisiert: 13.12.2019, 17:59 Uhr
Seit Jahren klettern die Mieten in vielen Städten immer höher.
Seit Jahren klettern die Mieten in vielen Städten immer höher. Foto: Lucas Bäuml/dpa

Etwas mehr als ein Jahr nach dem großen Wohnungsgipfel der Bundesregierung fällt die Bilanz ernüchternd aus. Trotz der Einführung des Baukindergelds, einer Milliardenoffensive für den sozialen Wohnungsbau und der Bereitstellung von mehr bundeseigenen Grundstücken ist das Ziel bisher nicht erreicht worden. Die Mietpreise steigen weiter, die finanziellen Belastungen führen in vielen Städten zu mehr Armut und Gentrifizierung.

Die Gründe dafür sind vielschichtig. Zum einen führt der Fachkräftemangel in Bauämtern und im Baugewerbe zu massiven Verzögerungen von Neubauprojekten. Zum anderen stehen immer mehr Immobilien, die in Zeiten von Niedrigzinsen im großen Stil als Spekulationsobjekte genutzt werden, komplett leer. So können sie am Markt schneller wieder abgestoßen werden.

Ein flächendeckender Mietendeckel, wie er nun in Berlin eingeführt werden soll, würde die Situation nur verschärfen. Es gäbe keinen Anreiz mehr für Neubauten und Sanierungen. Zudem wäre er kaum zu überwachen. Ämter und Gerichte würden sich mit nichts anderem mehr beschäftigen. Leichter umsetzbar ist es, Planungsverfahren zu vereinfachen und zu beschleunigen.

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