Kommentar
Türkische Schulen in Deutschland: Besser nicht

Die Türkei will in Deutschland drei Schulen gründen und verhandelt darüber aktuell mit der Bundesregierung. Das ist keine gute Idee, meint unser Redaktionsmitglied Elmar Ries in seinem Kommentar.

Freitag, 10.01.2020, 20:22 Uhr aktualisiert: 10.01.2020, 20:28 Uhr
Eine türkische und eine deutsche Flagge: Die Türkei will drei Schulen in der Bundesrepublik eröffnen.
Eine türkische und eine deutsche Flagge: Die Türkei will drei Schulen in der Bundesrepublik eröffnen. Foto: Dirk Sattler

Nein, türkische Privatschulen haben in Deutschland nichts zu suchen. Weil niemand ausschließen kann, dass die Regierung um Staatschef Erdogan auch über sie ei­nen inhaltlich fragwürdigen Einfluss auf die hier lebenden Menschen mit türkischen Wurzeln nehmen wird. Die Aktivitäten von Vorbetern, türkischen Kulturvereinen und des Islamverbandes Ditib lassen leider keinen anderen Schluss zu – auch wenn Bundes- und NRW-Landesregierung reflexhaft auf die Schulgesetze verweisen, die zwingend einzuhalten sind.

Wann immer Erdogan Aktivitäten in Deutschland plant, ist Vorsicht geboten. Der Präsident ist ein Autokrat. Seine Auftritte hierzulande nutzte er allzu oft und allzu gerne, um türkischstämmigen Menschen klarzumachen, dass sie zuallererst der Türkei verpflichtet seien. Dass der von der Türkei kontrollierte Ditib-Verein vom Verfassungsschutz beobachtet wird, spricht zudem Bände.

Verhindern lässt sich die Einrichtung solcher Privatschulen trotzdem nicht, wenn internationales Recht gewahrt werden soll. Auch Deutschland betreibt in der Türkei Schulen. Es bleibt jedoch ein ungutes Gefühl.

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