Kommentar
75 Jahre nach dem Angriff auf Dresden: Die Trauer beschützen

Wohl keine Stadt in Deutschland leidet so an den Schmerzen der Weltkriegszerstörung wie Dresden. Und interessierte Kreise tröpfeln weiter ihr Gift in die niemals zu heilende Wunde. Ein Kommentar.

Donnerstag, 13.02.2020, 19:00 Uhr
Blumen liegen auf dem Neumarkt vor der Frauenkirche.
Blumen liegen auf dem Neumarkt vor der Frauenkirche. Foto: Robert Michael

Warum fällt den Deutschen das Trauern über den Untergang Dresdens so schwer? Warum scheint es sogar schwieriger zu werden – im Abstand von 75 Jahren –, gleichermaßen empathisch und rational der schrecklichen Ereignisse des 13. und 14. Februar 1945 zu gedenken?

Ein Grund findet sich in der aufgewühlten Gegenwart, in der Trauer und Erinnerung keine privaten Angelegenheiten mehr sind, sondern gesellschaftspolitisch instrumentalisiert werden. Dresden wird von interessierten Kreisen zum Symbol für ein singuläres Kriegsverbrechen erhoben, bei dem Tausende Menschen durch die Schuld der anderen (Briten und Amerikaner) getötet und eine der schönsten Städte des Landes unwiederbringbar zerstört wurde. Coventry (von dort stammt das Kreuz für die wiederaufgebaute Frauenkirche), Rotterdam, Warschau – das Sterben dieser Städte durch deutsche Bomber reduzieren diese Einflüsterer zu einer Fußnote.

Dass diese und andere Nazi-Verbrechen genau diese Vergeltung heraufbeschworen haben, dass moralische Erwägungen oder Rücksichtnahmen in Zeiten des Krieges auch den Alliierten und Streitern für Menschlichkeit irgendwann verloren gegangen sind – genau das ist die Botschaft des 13. Februars 1945. Und sie ist Mahnung, sich den toxischen Lügen der Geschichtsfälscher entgegenzustellen.

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