Kommentar zum Super Tuesday in den USA
Die Rückkehr des Joe Biden

Münster -

Es war die große Nacht des Joe Biden. Er hat sich beim Super Tuesday wieder nach vorne gekämpft. Doch Bernie Sanders bleibt im Rennen...

Mittwoch, 04.03.2020, 11:17 Uhr aktualisiert: 04.03.2020, 16:47 Uhr
Kommentar zum Super Tuesday in den USA: Die Rückkehr des Joe Biden
Joe Biden, demokratischer Bewerber um die Präsidentschaftskandidatur Foto: Chris Carlson/AP/dpa

Biden ist back! Was für eine Achterbahnfahrt. Noch vor einer Woche galt der ehemalige Vizepräsident als schläfriger Großvater-Typ, der vom revolutionären Pathos eines Bernie Sanders regelrecht überrollt wurde. Dann kam die Vorwahl in South Carolina, wo er von den dort stark vertretenen schwarzen Wählern wieder aufs Schild gehoben wurde. Sie haben nicht vergessen, dass er acht Jahre lang an der Seite Barack Obamas gedient hat.

Bidens großes Comeback

Doch auch die Führung der Demokraten sorgte dafür, dass der Super Tuesday der Tag von Bidens großem Comebacks wurde: Sie hat auf die Mitbewerber Amy Klobuchar und Pete Buttigieg eingewirkt, ihre Kandidaturen aufzugeben, damit die moderaten Wähler sich hinter Biden versammeln können, um so dem linken Senator Sanders Paroli zu bieten. Außerdem hatte Biden stark an sich gearbeitet. Sein Wahlkampf bekam in den vergangenen Tagen einen sehr persönlichen Einschlag. In seinen Reden offenbarte er sich als gefühlvoller Gegencharakter zum dauertwitternden Poltergeist Donald Trump.

Zweikampf zwischen Joe Biden und Bernie Sanders

Doch auch Sanders schlägt sich weiter gut – besonders im liberalen Kalifornien, wo er die junge akademische Elite um sich scharen konnte. Nach den ersten erfolgreichen Vorwahlen erhofften sich seine Anhänger aber mehr. Doch der Triumph blieb ihm versagt. Jetzt ist es ein Zweikampf zwischen den beiden alten Granden Joe Biden und Bernie Sanders.

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Elizabeth Warren, demokratische Bewerberin um die Präsidentschaftskandidatur, spricht während einer Veranstaltung am «Super Tuesday». Foto: Patrick Semansky/AP/dpa

Es gibt auch Verlierer: Zuerst ist das der Milliardär Michael Bloomberg, der spät in den Wahlkampf eingestiegen ist. Er landete weit hinter den Favoriten. Es zeigt sich, dass das große Geld allein nicht reicht, um Präsident zu werden. Dass er nun aufgibt, hilft Biden. Auch Elizabeth Warren vom linken Flügel kann nicht mehr aufschließen. Hört sie auf, wäre keine Frau mehr im Rennen. Frauen sind ohnehin die Verlierer bei den Demokraten. Sie stellen ihre eigenen Ambitionen hintan, um das Hauptziel, Donald Trump los zu werden, zu erreichen. Wem immer dies zugetraut wird – er wird unterstützt. Sanders oder Biden? Egal! Hauptsache Trump wird abgelöst.

Es bleibt spannend

Bis zur endgültigen Entscheidung der Demokraten ist es noch ein langer Weg. Während Trumps Republikaner vasallengleich hinter ihm stehen, sind die Demokraten zwischen Aktivisten und Moderaten gespalten. Es bleibt spannend. Aber Spannung, womöglich bis zum Parteitag im Juli, ist nicht das, was die Demokraten jetzt brauchen. Klarheit wäre besser.

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