Kommentar
Coronavirus: Vernunft vor Kommerz

In der Fußball-Bundesliga und den Europapokal-Wettbewerben wird über die Auswirkungen des neuartigen Coronavirus diskutiert. Die Entscheidungsfindung verläuft zäh. Eine Blaupause gibt es nicht, die Verunsicherung ist groß.

Montag, 09.03.2020, 19:48 Uhr aktualisiert: 11.03.2020, 07:35 Uhr
Blick in die Red Bull Arena am vergangenen Samstag beim Bundesligaspiel von Leipzig gegen Leverkusen.
Blick in die Red Bull Arena am vergangenen Samstag beim Bundesligaspiel von Leipzig gegen Leverkusen. Foto: Robert Michael/dpa-Zentralbild/dpa

Es geschehen seltsame Dinge im Land der Dichter und Denker: Da wird die Leipziger Buchmesse eilfertig dem allgegenwärtigen Coronavirus geopfert, während sich gleichzeitig zu einem Champions-League-Spiel 40.000 Zuschauer dicht an dicht in die Red Bull Arena zwängen dürfen. Ob der kernige Fußball-Fan weniger anfällig für Viren ist als der zart besaitete Literat, sei dahingestellt. Sicher ist, dass dieser Tage eine gewaltige Verunsicherung nicht nur Leipzig teilt. Sicher ist aber auch, dass es zweigleisig nicht weitergehen darf und nur ein konsequenter Kurs einen Hauch von Sicherheit vermitteln kann.

Für den richtigen Umgang mit dem Virus gibt es keine Blaupause. Jede Entscheidung, die die Verbreitung eindämmt, ist richtig, jede Entscheidung, die Panik befeuert, ist falsch. Irgendwo zwischen Hysterie und Ignoranz dürfte der bestmögliche Mittelweg liegen, wenn es einen richtigen schon nicht zu geben scheint. Und in jedem Fall muss Vernunft den Vorrang vor Kommerz haben.

Wenn Messen abgesagt werden müssen, dann müssen konsequenterweise auch die Stadien leer bleiben – denn im Zweifel kann ein Fußballfan auch lesen, das Virus aber nicht zwischen Ball und Buch unterscheiden …

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