Der kulturelle Stillstand
Sehnen und Hoffen

Das kulturelle Leben steht weitgehend still. Einiges wurde auf digitale Kanäle verlegt, aber das Original lässt sich dadurch nicht ersetzen, meint Harald Suerland.

Donnerstag, 02.04.2020, 21:06 Uhr
Der kulturelle Stillstand: Sehnen und Hoffen
Foto: Gunnar A. Pier

In einer Zeit geschlossener Museen und Kulturstätten hat das Internet eine wichtige Funktion: Bilder und Filme ansehen, Musik hören, Aufführungen betrachten kann man ersatzweise am heimischen Bildschirm. ­Lesen geht ja ohnehin.

 

Doch so gut es ist, dass es diese Möglichkeiten gibt und Kulturschaffende sie nutzen: Eine wirkliche Alternative bieten sie nicht. Wer je vor einem echten Turner-Gemälde im Museum stand, ein Orchester oder die Stimme eines Sängers im Raum hörte oder Schauspieler in der Reaktion auf ihr Publikum erlebte, der weiß: ZumLeben gehört die Begegnung, zur Kultur das unmittelbare Erlebnis des Originals.

 

Das ist uns momentan verwehrt, und niemand weiß, wie lange noch. Vielleicht dürfen wir uns in wenigen Wochen auf vorsichtige Museumsbesuche mit ein­geschränkter Besucherzahl freuen, womöglich gibt es dann auch Signale zur Zukunft der Theater und Konzertsäle: Hoffen ist sinnvoll, spekulieren eher nicht. ­Lassen wir also durch moderne Medien unsere Sehnsucht nach der Geistesnahrung Kunst stärken und versuchen wir in dieser Zeit, die Kulturschaffenden zu unterstützen. Sie brauchen das. Und wir brauchen sie.

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