Kommentar: Familienbonus in der Corona-Krise
Nur ein Trostpflaster?

Vielen Familien reißt der Geduldsfaden. Sie fühlen sich als Verlierer der Corona-Krise. Homeoffice, Schul- und Kitaschließungen lassen den Alltag zur Zerreißprobe werden. Das haben viele Politiker unterschätzt. Jetzt, da die Eltern Druck machen, kommt etwas ins Rollen – endlich.

Freitag, 22.05.2020, 19:45 Uhr aktualisiert: 22.05.2020, 19:47 Uhr
Kommentar: Familienbonus in der Corona-Krise: Nur ein Trostpflaster?
(Symbolbild) Foto: Tobias Hase

Die Verlängerung der Lohnentschädigung für Eltern, die zu Hause Kinder betreuen müssen, ist ein wichtiger Schritt. Auch die weitere Öffnung der Kitas und Schulen ist unverzichtbar – doch sie bleibt ein hohes gesundheitliches Risiko. Es ist unumgänglich, dass man trotz der Betreuungsnöte schrittweise und vorsichtig vorgeht.

Nun plant Olaf Scholz einen Familienbonus von 300 Euro, und Armin Laschet – immer im Wettbewerb mit Markus Söder als tatkräftigster Landesvater – möchte diese Finanzspritze auf 600 Euro erhöhen. Kein Zweifel: Familien haben jede Hilfe verdient. Sie tragen die Gesellschaft, es lohnt sich, in sie zu investieren. Doch eine einmalige Geldausschüttung wirkt leicht wie eine Art Trostpflaster. Familien benötigen mehr. Sicherheit und Perspektive sind ihr Lebenselixier. Kinder können sich nicht lautstark einbringen, leiden leise – sie brauchen gezielte Hilfen, kreative Ideen und nachvollziehbare Konzepte.

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