Kommentar
Rassenproteste in den USA: Ein Land brennt

In den USA reißen Proteste gegen Polizeigewalt nach dem Tod des Afroamerikaners George Floyd nicht ab. Trotz geltender Ausgangssperren gehen die Menschen weiter demonstrieren.

Montag, 01.06.2020, 18:30 Uhr
Demonstranten versammeln sich vor dem Weißen Haus, und halten Schilder in die Höhe mit den Aufschriften «Justice for George» («Gerechtigkeit für George») und «Black lives matter». Landesweite Proteste richten sich nach dem gewaltsamen Tod des Afroamerikaners Floyd durch einen weißen Polizisten gegen Rassismus und Polizeigewalt. Die teils schweren Ausschreitungen in verschiedenen US-Metropolen dauern seit mehreren Tagen an.
Demonstranten versammeln sich vor dem Weißen Haus, und halten Schilder in die Höhe mit den Aufschriften «Justice for George» («Gerechtigkeit für George») und «Black lives matter». Landesweite Proteste richten sich nach dem gewaltsamen Tod des Afroamerikaners Floyd durch einen weißen Polizisten gegen Rassismus und Polizeigewalt. Die teils schweren Ausschreitungen in verschiedenen US-Metropolen dauern seit mehreren Tagen an. Foto: Liu Jie/XinHua/dpa

Die Bilder dieser Tage aus den USA erinnern auf beängstigend ähnliche Weise an die Zeit nach der Ermordung des schwarzen Bürgerrechtlers Martin Luther King 1968. Als Reaktion auf den gewaltsamen Tod von George Floyd vor einer Woche gingen zunächst in Minneapolis Gebäude in Flammen auf, mittlerweile scheint das ganze Land zu brennen. Dabei zählte 2020 schon vor den bürgerkriegsähnlichen Unruhen aufgrund der vielen Corona-Toten und der wirtschaftlichen Folgen der Pandemie zu einem der schwärzesten Jahre der jüngeren Geschichte des Landes.

Ein Zeitpunkt also, zu dem der Präsident mehr denn je um Vermittlung bemüht sein muss. Doch Donald Trump macht einmal mehr genau das Gegenteil. Er schürt das Feuer und damit den Konflikt, statt in der Krise Führung zu zeigen.

In seiner Antrittsrede hatte er 2017 beschworen, das „amerikanische Blutbad“ beenden zu wollen. Die Bilder der jüngsten nächtlichen Ausschreitungen sprechen eine andere Sprache. Und sie lassen befürchten, dass Floyd noch nicht das letzte Opfer im Kampf gegen den Rassismus in den USA war.

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