Kommentar: Eigenanteil für Pflegebedürftige steigt
Luxusgut Altenpflege

Für Pflegebedürftige wird die Betreuung im Heim immer teurer und teurer. Im bundesweiten Schnitt stiegen die selbst zu zahlenden Anteile jetzt über die Marke von 2000 Euro im Monat, wie aus Daten des Verbands der Ersatzkassen mit Stand 1. Juli hervorgeht. Ein Kommentar zur Situation von Mirko Heuping.

Freitag, 31.07.2020, 19:32 Uhr aktualisiert: 31.07.2020, 19:42 Uhr
Kommentar: Eigenanteil für Pflegebedürftige steigt: Luxusgut Altenpflege
Pflegebedürftige müssen für die Betreuung im Heim trotz Pflegeversicherung immer mehr aus eigener Tasche zuzahlen. Foto: Marcel Kusch

In Würde altern ist ein Grundrecht, das immer mehr Deutschen vorenthalten bleibt. Wer auf die professionelle Pflege in einem Altenheim angewiesen ist, weiß, was Pflegenotstand in der Praxis bedeutet. Als wäre es nicht schwer genug, überhaupt einen Platz zu ergattern, steigen die Kosten in den Einrichtungen seit Jahren ins Unermessliche. Altenpflege wird dadurch zum Luxusgut.

Die Gründe liegen zum einen im Fachkräftemangel. Um das Berufsbild attraktiver zu gestalten, wurden die Gehälter der Pflegekräfte mehrfach angehoben. Zum anderen müssen Heime laufend mehr kostenintensive Auflagen erfüllen. Unter anderem ist der Personalschlüssel pro Bewohner erhöht worden. Dadurch steigt zwar bestenfalls die Qualität der Betreuung, doch die Kosten explodieren. Für Pflegebedürftige und Heime ist das unbefriedigend.

Um die Altenpflege zukunftsfest zu machen, ist es Zeit, eine Pflege-Vollversicherung in Betracht zu ziehen, die die Durchschnittskosten eines Heimplatzes abdeckt. Eine Einführung hätte zwar zur Folge, dass Sozialversicherungsbeiträge für alle deutlich steigen würden. Dafür würden durch Pflege in Zukunft weder alte Menschen Sozialfälle werden noch Angehörige finanziell belastet.

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