Kommentar
Flughäfen sollen mehr kooperieren: Sandkastenplanspielerei

Die Corona-Krise hat die Flughäfen in Nordrhein-Westfalen hart getroffen. Inzwischen steigen die Zahlen wieder. Jetzt wird die Forderung laut, dass drei Regionalflughäfen enger zusammenarbeiten sollen.

Mittwoch, 02.09.2020, 19:38 Uhr
Der Bund der Steuerzahler sieht die Entwicklung der Regionalflughäfen in Nordrhein-Westfalen mit Sorge.
Der Bund der Steuerzahler sieht die Entwicklung der Regionalflughäfen in Nordrhein-Westfalen mit Sorge. Foto: Friso Gentsch/dpa

Mehr Kooperation, weniger Konkurrenz: Nun fordert auch der Bund der Steuerzahler NRW die drei westfälischen Flughäfen Münster-Osnabrück, Paderborn-Lippstadt und Dortmund zu enger Zusammenarbeit auf – und erneuert damit eine Idee, die der Dortmunder SPD-Oberbürgermeister-Kandidat Thomas Westphal vor ­Wochen äußerte. Wenn’s die Großen in Düsseldorf und Köln-Bonn können, warum dann nicht auch die Kleinen?

Die Idee klingt zunächst verlockend. Die drei Airports hängen am Tropf der öffentlichen Hand. Alle graben sie sich gegenseitig das Wasser ab, leiden nachhaltig unter der Corona-Pandemie und müssen bis 2024 zumindest operativ profitabel sein, weil Brüssel das so will. Auch im NRW-Verkehrsministerium, so ist zu hören, werde der Gedanke nicht als gänzlich abwegig eingestuft.

Nur: Hinter der Forderung kommt zunächst einmal … nichts. Weil Regionalflughäfen eben nicht ohne Weiteres zusammenarbeiten können. Die Fixkosten sind unteilbar, da standortgebunden und hoch. Die Abhängigkeit von Fluggesellschaften und Reiseveranstaltern ist noch größer. Von ihrer Gunst sind Airports abhängig. Auch wenn das deren sich zumeist autonom wähnenden Gesellschafter nicht gerne hören: Ohne das Go von Lufthansa, Ryan­air, Tui oder Schauinsland bleibt jede Kooperationsidee ein Planspiel im Wolkenkuckucksheim.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7564092?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F981843%2F
Nachrichten-Ticker