Kommentar zu Donald Trumps Erkrankung
Lügen und Wahrheiten

Das Wochenende voller Lügen und unglaublichen Wahrheiten brachte wenig Klarheit. Doch sein Verhalten ist leichtfertig und unverantwortlich.

Sonntag, 04.10.2020, 17:28 Uhr aktualisiert: 04.10.2020, 18:45 Uhr
Donald Trump, Präsident der USA, wird ins Walter-Reed-Militärkrankenhaus gebracht. Foto:dpa
Donald Trump, Präsident der USA, wird ins Walter-Reed-Militärkrankenhaus gebracht. Foto: Alex Brandon/dpa

Donald Trump hätte seine Erkrankung für einen Weckruf nutzen können, geeint der Pandemie zu begegnen. Stattdessen steht das Chaos-Wochenende aus Widersprüchen und unglaublichen Wahrheiten symptomatisch für sein politisches und moralisches Versagen, die Corona-Krise zu managen.
Dass er sich infiziert hat wie Tausende von Fleischarbeitern oder Krankenpflegern, wollte der sich unantastbar gebende Trump wohl lange nicht wahrhaben. Einfache Menschen, die in den USA zu Tausenden sterben, haben keine Wahl, die Ansteckungsrisiken bei der Arbeit zu umgehen. Trump agierte freiwillig leichtfertig. Dabei stehen dem Mann, der nur 750 Dollar Steuern zahlen soll , die besten Fachleute zur Verfügung. Was nützt es, wenn man deren Expertise in den Wind schlägt? Trump war es wichtiger, die Maske als Symbol der Schwäche und Pedanterie der Demokraten zu politisieren. Mit den bekanntermaßen unsicheren Schnelltests allein ist es ihm nicht gelungen, den inneren Zirkel vor Corona abzuschirmen.
 
Corona hat die USA schwer getroffen. Mit der Erkrankung des Präsidenten erreicht die Krise eine neue Dimension – und es bleiben weiter viele offene Fragen. 

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