Kommentar
Strengere Kontaktregeln: Laschets mutige Forderung

23.648 neue Corona-Infektionen binnen 24 Stunden – obwohl sich Deutschland seit fast drei Wochen im Teil-Lockdown befindet, gab es am Freitag einen Rekordwert bei den Neuinfektionen. NRW-Ministerpräsident Armin Laschet sieht daher die Zeit gekommen, die Corona-Regeln erneut zu verschärfen. Das ist mutig, kommentiert Redaktionsmitglied Mirko Heuping.

Freitag, 20.11.2020, 20:38 Uhr
Die Schutzmaske alleine reicht nicht – NRW-Ministerpräsident Armin Laschet fordert härtere Kontaktregeln.
Die Schutzmaske alleine reicht nicht – NRW-Ministerpräsident Armin Laschet fordert härtere Kontaktregeln. Foto: Sascha Steinbach

Einen Monat vor Weihnachten drohen erneut schärfere Kontaktregeln. Armin Laschets offensive Forderung ist unpopulär und dürfte auf viel Widerstand treffen. Am Ende könnte sie ihn sogar seine Chancen auf den CDU-Parteivorsitz und eine mögliche Kanzlerkandidatur kosten. Und genau deshalb ist sie ziemlich mutig.

Eines war mit Beginn des Teil-Lockdowns eigentlich klar: Entweder die beschlossenen Maßnahmen sorgen für einen Rückgang der Neuinfektionen, und es kann Ende November wieder gelockert werden, oder es braucht noch schärfere Regeln. Denn ein Halten der Corona-Neuinfektionen auf hohem Niveau oder sogar ein leichter Anstieg der Zahlen überfordern auf Dauer das Gesundheitssystem. Kontaktnachverfolgungen sind zudem nicht mehr zu leisten.

Weil derzeit durch eine veränderte Strategie sogar weniger Menschen getestet werden als im Oktober, ist der Rekordwert bei den täglichen Neuinfektionen drei Wochen nach Beginn des Teil-Lockdowns eine schlechte Nachricht. Weihnachten im größeren Familienkreis zu feiern, wäre unter diesen Voraussetzungen fatal. Laschet blickt dieser unbequemen Wahrheit ins Auge. Das ist ein Zeichen von Führungsstärke.

Das regelt das neue Infektionsschutzgesetz

1/14
  • Am Mittwoch wurden Änderungen am Infektionsschutzgesetz beschlossen. Doch was regelt dieses Gesetz überhaupt?

    Foto: Christian Ohde via www.imago-images.de
  • Im Gesetz ist jetzt die Möglichkeit für eine Maskenpflicht verankert.

    Foto: Federico Gambarini
  • Auch die Möglichkeit für Kontaktbeschränkungen sind im Infektionsschutzgesetz geregelt.

    Foto: Oliver Berg
  • Ebenso steht in dem Gesetz, wann die Gastronomie geschlossen werden kann.

    Foto: Martin Schutt
  • Ebenso ist die Absage von Veranstaltungen geregelt.

    Foto: Daniel Karmann
  • Wann gelten welche Reisebeschränkungen? Auskunft gibt das geänderte Infektionsschutzgesetz.

    Foto: Daniel Reinhardt
  • Wann Schulen und Kitas geschlossen werden, ist ebenfalls geregelt.

    Foto: Gottfried Czepluch via www.imago-images.de
  • Risikogruppen sollen zuerst geimpft werden, aber auch allen anderen - unabhängig von der Krankenkasse - steht die Möglichkeit offen, heißt es in dem Gesetz.

    Foto: Christoph Hardt via www.imago-images.de
  • Auch ein mögliches Alkohol-Konsum-Verbot ist verankert.

    Foto: Christopher Kimmel via www.imago-images.de
  • Alles Maßnahmen dürfen nur zeitlich beschränkt werden und müssen verhältnismäßig sein, heißt es.

    Foto: Wolfgang Frank/Eibner-Pressefoto via www.imago-images.de
  •  

    Foto: Oliver Baumgart via www.imago-images.de
  • Eltern sollen einen Verdienstausfall bekommen, wenn das Kind in Quarantäne muss.

    Foto: Felix Kästle
  • Keinen Verdienstausfall gibt es für Reise-Rückkehrer aus Risikogebieten.

    Foto: Colourbox.com
  • Das Infektionsschutzgesetz schafft immer noch keine komplett einheitliche Regelungen. Die Bundesländer können weiterhin eigene Verordnungen herausgeben.

    Foto: Christian Ohde via www.imago-images.de
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7687838?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F981843%2F
Nachrichten-Ticker