Kommentar
Kita-Personal ist schutzbedürftig

Schulen, Geschäfte und Kultur sind in NRW im Lockdown geschlossen, die Kitas hingegen geöffnet. Erzieherinnen befürchten Corona-Infektionen. Die Landesregierung hält an der Öffnung fest.

Mittwoch, 03.02.2021, 20:18 Uhr
Kinder in der Evangelischen Kindertagesstätte «Wasserblecher Kinder». Familienminister Joachim Stamp (FDP) will den Schutz des Personals vor Corona-Infektionen verbessern.
Kinder in der Evangelischen Kindertagesstätte «Wasserblecher Kinder». Familienminister Joachim Stamp (FDP) will den Schutz des Personals vor Corona-Infektionen verbessern. Foto: Rolf Vennenbernd

Egal ob Lehrer, Polizisten oder Rettungskräfte – viele Berufsgruppen tragen in diesen Tagen gute Gründe für eine prioritäre Corona-Impfung vor. Am dringendsten ist diese jedoch für das Kita-Personal. Denn im Vergleich zu anderen können die Betreuerinnen und Betreuer den empfohlenen Mindestabstand zu den Kleinkindern kaum einhalten. Im Kita-Alter verstehen die Jungen und Mädchen noch nicht, was eine Pandemie bedeutet. Zudem ist Nähe für sie besonders wichtig. Die Möglichkeit des Selbstschutzes fällt dadurch für das Personal weg.

Engmaschige Tests sind kein geeignetes Mittel, den Schutz zu erhöhen. Sie können helfen, frühzeitige Corona-Ausbrüche zu erkennen. Eine Ansteckung verhindern jedoch nur die Einhaltung der AHA-Regeln oder eine Impfung. Wenn man sich also dafür entscheidet, die Kitas geöffnet zu lassen, wäre es deshalb richtig, deren Mitarbeiter in der Impf-Reihenfolge vorzuziehen.

Die Zahlen in der Notbetreuung zeigen, wie system­relevant der Kita-Betrieb – entgegen aller epidemiologischen Vernunft – für die Wirtschaft ist. Gerade weil die Gesellschaft so sehr darauf angewiesen ist, muss man die entsprechenden Konsequenzen daraus ziehen.

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