Nachrichten Münster
Frohe Botschaft für Bibelforscher

Donnerstag, 22.11.2007, 19:11 Uhr

Münster - Die frohe Botschaft wird nicht neu geschrieben. Aber neu herausgegeben: An der Universität entsteht in den kommenden Jahren eine große kritische Ausgabe des Neuen Testaments in griechischer Sprache. Das Ergebnis wird so nah am bislang schwer greifbaren Urtext liegen wie nur möglich. Prof. Dr. Holger Strutwolf strahlt übers ganze Gesicht: „Damit beginnt eine neue Epoche der Forschungsgeschichte!“

Der Direktor des Instituts für Neutestamentliche Textforschung hat allen Grund zum Jubeln. Denn die nordrhein-westfälische Akademie der Wissenschaften fördert das Projekt. Und zwar bis zum Schluss: 22 Jahre sind für die Forschungsarbeit veranschlagt. In dieser Zeit werden vier Wissenschaftler-Stellen, mehrere Hilfskräfte, Räume, Technik und Bibliothek komplett finanziert. Mit 345 000 Euro jährlich, also rund siebeneinhalb Millionen insgesamt, sogar die Inflationsrate wird berücksichtigt. Strutwolf wird Chef der Arbeitsstelle „Novum Testamentum Graecum. Editio Critica Maior“. Der Traum eines jeden Geisteswissenschaftlers!

Auch Forschungsminister Andreas Pinkwart , der zur Vertragsunterzeichnung zwischen Akademie und Universität ins Bibelmuseum an die Pferdegasse gekommen war, zeigte sich begeistert: „Wir sind stolz, dass wir ein so herausragendes Projekt für Münster gewinnen konnten.“ Nach dem erfolgreichen Projektantrag für das Exzellenzcluster „Religion und Politik“ ein neuer Leuchtturm für die Geisteswissenschaften an der Universität: „Das beweist, dass Münster hier eine Kernkompetenz hat.“

Von der Akademie der Wissenschaften so umfassend bedacht zu werden, sei allein schon eine große Ehre, wie deren Präsident Prof. Dr. Manfred J. M. Neumann hervorhebt. Nur 15 Langzeitprojekte werden in NRW gefördert. Die Arbeit am Institut war zuvor sehr kritisch geprüft worden – mit hervorragenden Ergebnissen.

Das lag an der jahrzehntelangen Vorarbeit: In Münster wurden die griechischen Handschriften erfasst und mit eigens entwickelten Programmen ausgewertet. So erfolgreich, dass renommierte Kollegen in England und Amerika die münsterische Arbeitsweise übernommen haben. Rektorin Ursula Nelles bringt als Strafrechtlerin den anschaulichsten Begriff für diese Methode ins Gespräch: „Rasterfahndung . . .“

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