Nachrichten Münster
Furioses Finale

Sonntag, 02.12.2007, 11:12 Uhr

Mit einem so überwältigenden Erfolg hatte im Vorfeld kaum jemand gerechnet: Sowohl die öffentliche Generalprobe am Freitagabend als auch die drei Aufführungen der Britischen Militärmusikschau an diesem Wochenende sind komplett ausverkauft. Ein furioses Finale nach 35 Jahren – doch warum gerade jetzt?

Sicher, vor einem Jahr konnten die Eintrittskarten nur mit Mühe vertrieben werden. Doch das war nicht der Grund, dass die britische Seite die folgende 35. Show auch zur letzten erklärte.

Anlass war vor allem die Entscheidung des britischen Verteidigungsministeriums, seine Truppen komplett neu zu ordnen – was auch für Münster und den benachbarten Standort Osnabrück Folgen haben wird. In Niedersachsen verabschieden sich die Briten schon in Kürze. In Münster allerdings werden nach dem Abzug der jetzigen Truppenteile neue Einheiten in die Kasernen kommen. Zwar nicht dauerhaft, aber – so sieht es derzeit aus – bis weit ins nächste Jahrzehnt hinein. Das freilich zeichnete sich erst im Laufe des Jahres ab – und damit zu spät, um den angekündigten Abschied von der Musikschau noch einmal abzuwenden.

Sicher, die Zahl der britischen Militärbands – zumal jener, die in Deutschland stationiert sind – ist ebenfalls reduziert worden. Doch zeigt die diesjährige Show, dass es kein Ding der Unmöglichkeit ist, die Interpreten einfach aus dem Ausland einzufliegen.

Indes: Die Würfel sind gefallen – eine Show wie diesmal wird es vermutlich nie mehr in Münster geben. Schade, denn die Britische Militärmusikschau war weit mehr als ein Show-Event – ein mitreißendes Dankeschön dafür, dass Briten und Deutsche in dieser Stadt seit Jahrzehnten harmonisch zusammenleben.

Und noch einige weitere Jahre zusammen leben werden. Ohne ein musikalisches Dankeschön? Das mag man sich kaum vorstellen. Und so kann man nur an die Briten, aber auch an die Stadt und die Halle Münsterland appellieren, einen wie auch immer gearteten Ersatz zu finden. Dass diese Musik und ihre kulturelle Tradition in Münster mit offenen Armen aufgenommen werden, daran dürfte nach diesem Erfolgswochenende wohl niemand zweifeln.

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