Nachrichten Münster
Schwartze: Der Forschungs-Kanzler

Mittwoch, 19.12.2007, 20:12 Uhr

Münster - Die kanzlerlose Zeit an der Universität ist am 1. Februar zu Ende. Dann wird der Noch-Berliner Dr. Stefan Schwartze die Nachfolge von Dr. Bettina Böhm im Schloss antreten. „Ich freue mich, an meine alte Heimatuni als Kanzler zurückzukehren“, strahlte nach der Wahl im Senat der 41-jährige Jurist, der 1994 hier sein erstes Staatsexamen abgelegt hatte. Damals wohnte Stefan Schwartze im Studentenwohnheim am Gievenbecker Weg.

Die Kanzlerfindungskommission unter Vorsitz von Prof. Dr. Udo Schmälzle präsentierte dem Senat Schwartze gestern als Favorit für das Kanzleramt. Er war der einzige unter den 30 Bewerbern, der „auf so überzeugende Weise Erfahrungen in verschiedenen Forschungsfeldern gesammelt hat“, begründete Schmälzle die Wahl. Zurzeit ist Schwartze administratives Mitglied des Stiftungsvorstandes im Max-Delbrück-Centrum für molekulare Medizin in Berlin , einer Institution der Helmholtz-Gemeinschaft.

Molekulare Medizin ist ein Feld, in dem sich die Universität bekanntermaßen stark fühlt und profilieren möchte, hinzu kommen Schwartzes für die Stärkung der Uni als Forschungshochschule vielversprechende Karrierestationen. Seine Berufslaufbahn hat Schwartze bei der Deutschen Forschungsgemeinschaft begonnen, wo er das Emmy-Noether-Forschungsförderungsprogramm aufbaute. Von 2000 bis 2003 war er im Bundesministerium für Bildung und Forschung in Bonn in verschiedenen Bereichen tätig. Seit 2003 arbeitet er in seiner jetzigen Stelle in Berlin. Eine wichtige Aufgabe des Max-Delbrück-Centrums ist die Übertragung von Grundlagenforschung in die Anwendung, erläuterte Schwartze bei einer Pressekonferenz – ebenfalls ein Gebiet, das die Uni interessiert.

In der nicht-öffentlichen Senatssitzung hatte Schwartze eher zu Fragen der Lehre Stellung zu nehmen. Die studentischen Mitglieder interessierte seine Haltung zu Studienbeiträgen, zur Qualität der Ausbildung oder anstehenden Schließung des Studienkollegs für ausländische Studierende. Zugegeben Felder, in denen Schwartze noch nicht über sehr viel Erfahrung verfügt, wie er auch gegenüber der Presse einräumte. „Aber ich werde als Kanzler dafür arbeiten, dass die bestmöglichen Voraussetzungen für Lehre und Internationalisierung geschaffen werden.“

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