Nachrichten Münster
Hindenburg ist Ehrenbürger – und nun?

Mittwoch, 06.02.2008, 07:02 Uhr

Münster - Hindenburg und kein Ende: Der Streit um eine Umbenennung des Hindenburgplatzes ist noch in vollem Gange, da zeichnen sich bereits neue Diskussionen um den einstigen Reichspräsidenten ab. Denn Paul von Hindenburg ist nach wie vor Ehrenbürger dieser Stadt.

Für die Grünen ist das nicht hinnehmbar, stellte am Dienstag Fraktionssprecher Hery Klas fest. Seine Fraktion werde daher voraussichtlich den Antrag stellen, Hindenburg die Ehrenbürgerschaft wieder abzuerkennen.

Am 3. April 1933 hatte sich die münsterische Stadtverordneten-Versammlung einstimmig dafür ausgesprochen, dem greisen Politiker die Ehrenbürgerschaft zu verleihen. Nicht anwesend waren die drei gewählten SPD-Mitglieder (sie hatten wegen eines Streits um die Besetzung von Ausschüssen zuvor den Saal verlassen) und der einzige kommunistische Stadtverordnete (er war bereits verhaftet worden).

Im Oktober 1933 wurde Hindenburg die Ehrenbürgerurkunde überreicht, berichtet der Historiker Helmut Lahrkamp in einem Aufsatz über Münsters Ehrenbürger. Als Begründung wird in dem Dokument unter anderem angeführt, dass Hindenburg „dem jungen Führer des wiedererwachten Deutschland, dem namenlosen Gefreiten des großen Krieges Adolf Hitler, die Macht gab, die nationale Erhebung zu verwirklichen und so den Weg freizumachen zu neuer Blüte der geeinten deutschen Nation“. Weiter gelobten Magistrat und Stadtverordnete, „in Ihrem Geiste mitzuhelfen am Wiederaufbau der Deutschen Nation.“ Wenige Tage später erreichte Münster ein Dankesbrief Hindenburgs mit den besten Wünschen „für die Zukunft Ihrer Stadt“.

Dass Hindenburg nach wie vor Ehrenbürger von Münster ist, bezeichnet Grünen-Politiker Klas als ein „Versäumnis“, das es zu korrigieren gilt. Zuvor solle der Verwaltung die Chance gegeben werden, sich zu dem Thema zu äußern.

Unterdessen hat sich gestern Abend die Bezirksvertretung Mitte dafür ausgesprochen, die Straßennamen im Bezirk Mitte auf ihre historische Unverfänglichkeit prüfen zu lassen. Für diese Arbeit durch eine „historisch versierte Person“ sollen dem Stadtarchiv 2500 Euro zur Verfügung gestellt werden. Mit Ergebnissen rechnet die Bezirksvertretung innerhalb von zwei Monaten.

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