Nachrichten Münster
Schleusentore: Maßarbeit bei Sturm und Regen

Dienstag, 11.03.2008, 23:03 Uhr

Münster - Von Nervosität war bei den Bauarbeitern an der Schleuse nichts zu merken. Dabei hätten sie allen Grund gehabt, denn so einfach war das Unterfangen, was gegen 12 Uhr begann, dann doch nicht. Die Schleusentore , die bereits in der Nacht zu Sonntag angeliefert wurden (WN, 10.3.), sollten nun endgültig an ihren Bestimmungsort gebracht werden. Einziger Haken: Um die rund 52 Tonnen schweren Flügel in die Auflager zu bringen, mussten diese erst einmal angehoben werden.

„Für uns ist das Routine“, erklärte Friedrich Hasieber , Vertreter der Firma Hittmayr , die den Einbau übernahm. Wichtig sei nur die Koordination zwischen den Kranführern und den Männern, die das Anheben kontrollieren. Um auf Nummer sicher zu gehen, standen direkt zwei Kräne bereit: Der Hauptkran konnte rund 800 Tonnen heben, während die kleinere Maschine mit „nur“ 120 Tonnen als Unterstützung und zum kontrollierten Anheben und Aufrichten der Torflügel eingesetzt wurde.

Doch fast wäre das ganze Unternehmen ins Wasser gefallen. Dabei spielten nicht nur der aufkommende Wind und der Regen eine große Rolle: Kurz nach dem Aufbau des Kranes kamen bei den Verantwortlichen Bedenken auf, ob die Fundamente der Schleuse auch das Gewicht des Tores nebst dem Gewicht des Kranes tragen. Kurzerhand wurde ein Bodengutachten erstellt. Mit Sonden, die mittels eines Presslufthammers in den Boden eingetrieben wurden, konnten die Experten die Tragfähigkeit des Untergrundes ermitteln. Erst nach 12 Uhr stand das Ergebnis fest, mit dem viele der Arbeiter schon gerechnet hatten: Der Boden hält der Belastung stand.

„Das Wetter ist aber ein nicht zu unterschätzender Faktor“, erklärte Hasieber. Denn wenn der Wind das Tor ins Schwingen bringe, könne der Kranfahrer nichts mehr machen. „Bei zu starken Böhen würden wir das Unternehmen abblasen und später einen neuen Versuch starten.“

Beim Einbau der Tore in die Lager gab es keine Probleme – es war nur Millimeterarbeit. Während die Flügel auf dem Boden auf ein Kugellager aufgesetzt werden mussten, hatten die Arbeiter am oberen Befestigungspunkt alle Hände voll zu tun, die Löcher zum Durchtreiben des Sicherungsbolzens übereinanderzubringen. Immer wieder musste das Tor mittels einer hydraulischen Presse leicht angehoben werden, damit auch Zwischenringe eingebaut werden konnten.

Am Ende Erleichterung: Mit einer Presse wurde der Sicherungsbolzen eingetrieben. Doch noch ist das Tor funktionslos – es müssen noch hydraulische Pressen eingebaut werden, die die Flügel öffnen.

Anzeige
http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/419633?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F92%2F696369%2F696394%2F
Nachrichten-Ticker