Nachrichten Münster
Sprechende Hände: Babys lernen die Zeichensprache

Mittwoch, 26.03.2008, 11:03 Uhr

Münster - Paul nimmt seine kleinen Fingerchen in den Mund. Viele Eltern würden dieser Bewegung keine große Bedeutung beimessen. Für die 26-jährige Tina Klöss ist es ein Grund zu großer Freude. Die Gestik ihres sieben Monate alten Sohnes zeigt ihr, dass Paul das Zeichen für „Essen“ machen kann.

Seit einigen Wochen übt sie mit Paul die auf der deutschen Gebärdensprache beruhende Babyzeichensprache ein. Dadurch sollen Kinder ab einem Alter von sechs bis neun Monaten ausdrücken können, dass sie Durst, Hunger, Schmerzen haben oder nach Hause wollen. „Schon als Paul sehr klein war, fragte ich mich oft, was wohl in seinem kleinen Kopf vorgeht“, beschreibt die junge Mutter, „und was er mir zu sagen versucht.“

Mittels der Babyzeichensprache könnten sich Kinder schon sehr früh verständlich machen. Die Babys und Kleinkinder seien in der Lage, ihre Gedanken, Gefühle und Bedürfnisse gezielt mitzuteilen, noch bevor sie sprechen können. Der Sprachapparat sei zwar noch nicht ausgebildet, aber die Kinder könnten durchaus ihre Umgebung verstehen. Mithilfe der Zeichensprache können sie sich artikulieren, denn die Zeichen symbolisieren Gegenstände, Tätigkeiten und Eigenschaften aus dem Baby-Alltag.

Im Februar beendete Tina Klöss ihre Ausbildung zur Kursleiterin für Babyzeichensprache. Nun arbeitet sie selbstständig als einzige Kursleiterin im Raum Münster. Allein in Deutschland bieten zurzeit rund 40 Kursleiterinnen Babykurse und Workshops in über 100 Städten.

„Wir möchten in unseren Kursen dazu beitragen, dass die Kommunikation zwischen Babys, Eltern und Kleinkindern erleichtert wird“, erläutert die Kursleiterin.

Auf diesem Wege werde die Beziehung zwischen Baby und Eltern verstärkt. Forschungen hätten gezeigt, dass die Babyzeichensprache die Sprachentwicklung fördert, die motorischen Fertigkeiten verbessert und die Gehirnentwicklung unterstützt, zumal die Zeichen parallel zur normalen Sprache benutzt werden. „Auch für Babys und Kleinkinder mit Sprachentwicklungsverzögerungen beziehungsweise Gehörproblemen ist die Zeichensprache eine Möglichkeit, Bedürfnisse mitzuteilen“, so Tina Klöss.

In den Gruppen sollen die Babys in der ersten Kurs-Hälfte auf spielerische Weise das Grundvokabular an Babyzeichen für ihren Alltag erlernen und anhand von Kinderliedern und Reimen üben. In der zweiten Hälfte ist für die Babys Spielen angesagt, während die Eltern Möglichkeiten zum Austausch haben.|

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