Nachrichten Münster
Gütesiegel für Studentenwerk-Kita

Freitag, 04.04.2008, 15:04 Uhr

Münster - Sandro quiekt und lacht – dem acht Monate alten Jungen macht es sichtlich Spaß, in der Kindertagesstätte „Tausendfüßler“ des Studentenwerks umsorgt zu werden. Seiner Mutter war indes bis vor wenigen Wochen überhaupt noch nicht zum Lachen zumute. Nach zwei Urlaubssemestern kam die Rückkehr ins Studium mit Riesenschritten näher – doch wohin mit dem Kleinen, wenn die Mutter wieder die Hörsaalbank drücken muss? „Hätte Sandro keinen Platz in dieser Kita bekommen“, sagt die 28-jährige Chemie-Studentin Ekaterina Muschkudiani – „ich hätte wohl das Studium abbrechen müssen“.
Diese Gefahr ist nun gebannt, mehr noch: Ab sofort wird Sandro in einer mit einem Gütesiegel ausgezeichneten Kita betreut. Gestern schraubten Peter Haßmann und Achim Wiese vom Studentenwerk ein Schild an die Tür, das der Tagesstätte hohe Qualitätsstandards bescheinigt. Münster ist damit nach Berlin das zweite von 48 Studentenwerken, das eine Kita mit Zertifizierung vorweisen kann – entsprechend groß ist die Freude beim Geschäftsführer: „Schließlich hat es strenge Prüfungen gegeben“, betont Haßmann.

Die Atmosphäre in der Kita stand ebenso auf dem Prüfstand wie pädagogisches Konzept, Ausbildung, Pflege, Ausstattung und Hygiene. „Drei Prüfer waren eine Woche vor Ort“, ergänzt Achim Wiese.

Rund sieben Prozent der münsterischen Studierenden sind Eltern – etwa 3000. Umfragen haben jedoch ergeben, das nur rund 60 Prozent von ihnen Studium und Kind prinzipiell für vereinbar halten. Einrichtungen wie die Kita „Tausendfüßler“, die 2007 eröffnete Kita „Chamäleon“ sowie die neue Notfallbetreuung an der Bismarckstraße sollen dazu beitragen, dass sich dieser Prozentsatz deutlich erhöht.

Studium, Job und Kinderbetreuung mit campusnaher und flexibler Kinderbetreuung – das sind nicht zuletzt Pfunde, mit denen die Universität in künftigen Exzellenzwettbewerben wuchern kann und auch muss. „Das soziale Umfeld wird für Studierende, aber auch für Dozenten immer wichtiger“, betont Haßmann. „Familienfreundlichkeit ist heute ein Standortvorteil.“

Daher sollte die im Vorjahr eröffnete Kita „Chamäleon“ auch nicht die letzte Einrichtung sein, die das Studentenwerk eröffnet. „Der Bedarf für Betreuungsplätze ist groß“, betont Haßmann. „Wir sind bereit, noch mehr zu machen.“ Indes: Zuvor muss erst die Finanzierung festgezurrt werden, denn nur neun Prozent eines Kita-Etats bestreitet das Studentenwerk – aber 91 Prozent die Stadt Münster.

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