Kultur Münster
Sternenhimmel auf Augenhöhe

Münster. „Das Gebäude der Radstation ist trostlos grau.“ Und das lässt Luzia-Maria Derks frohlocken. Denn hier hängt die Künstlerin ihre Rauminstallation „Katzenaugen“ mit Fahrrad-Reflektoren auf. „Das Tolle ist...

Mittwoch, 14.05.2008, 19:05 Uhr

<1>Münster. „Das Gebäude der Radstation ist trostlos grau.“ Und das lässt Luzia-Maria Derks frohlocken. Denn hier hängt die Künstlerin ihre Rauminstallation „ Katzenaugen “ mit Fahrrad-Reflektoren auf. „Das Tolle ist, durch das Grau wirkt das Rot und Orange unglaublich edel.“

In diesen Tagen hat die gebürtige Niederrheinerin damit begonnen, die ersten Hundert der insgesamt 4000 Reflektoren ins Glas-Tortenstück zu hängen. „Ich habe mich vier Jahre darum bemüht, um da rein zu kommen“, berichtet sie. Zeit, in der Derks schon mal Bruchstücke von Reflektoren gesammelt hat. „ Münster , die Fahrradstadt, hat reichlich davon . . .“

Unter dem Dach der Radstation ist bereits eine trapezförmige Verspannung aus Draht und Hochseeangelschnur angebracht worden. Die Fläche von 90 mal 120 Quadratmetern wird Derks neben ihren Sammlerstücken vervollständigen mit Ausschussware der Firmen S.U.M. und BUM („Sicherheitsleiteinrichtungen und Montage“ sowie „Busch und Müller“). An hauchzarten Nylonfäden schweben die Reflektoren frei im Raum und können von den Passanten in Augenhöhe wahrgenommen werden.

Plastikplättchen (vier Bananen-Kisten voll) galt es, mit Fäden zu verbinden. „Sehr viele Freundinnen haben mir beim Einfädeln geholfen. Da haben wir abends gesessen, wie früher die Frauen bei der Handarbeit.“ Beim Anbringen auf den Baugerüsten ist die Künstlerin ebenfalls mit dabei – trotz Muffensausen: „Ich habe ziemliche Höhenängste.“

Aber die Künstlerin ist sich sicher: „Wenn die Reflektoren alle hängen, das wird fantastisch aussehen.“ Einige Passanten höben schon jetzt den Daumen, „um zu zeigen, wie toll sie das finden“. Es lohne sich auch, nachts oder abends reinzugehen. „Dann fangen die an zu funkeln wie ein Sternenhimmel.“ Ihr ist wichtig, dass die Arbeit eine „ganz zarte und subtile Geschichte“ ist, „wie ein Birkensamen, der sich in eine Fuge setzt und die Mauer sprengt“. „Ich fände es riesig, wenn Menschen sich begeistern und sagen, es soll bleiben.“

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