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"Jugend forscht"-Siegerinnen kommen aus Münster

Sonntag, 25.05.2008, 17:05 Uhr

Bremerhaven / Münster – Im Bundeswettbewerb von „ Jugend forscht “ haben zwei Schülerinnen aus Münster die ersten Plätze belegt. Im Fachgebiet Biologie erarbeiteten sich Lisa Schowe (17) und Anja Massolle (16) den Bundessieg. Sie untersuchten, wie schädliche Umwelteinflüsse den Photosynthesekreislauf von Pflanzen unterbrechen. Bundesbildungsministerin Annette Schavan (CDU) zeichnete Deutschlands beste Nachwuchs-Forscher am Sonntag in Bremerhaven aus.

Ebenfalls aus NRW stammt der Sieger im Bereich Physik. Der 17-jährige David Wittkowski, der in Ratingen das Heinrich-Heine-Gymnasium besucht, analysierte die verschiedenartigen Muster, die Flüssigkeiten auf rotierenden Oberflächen bilden. Die Preise für die Gewinner in den Fachgebieten sind mit 1500 Euro dotiert.

Für die originellste Arbeit bei „Jugend forscht“ gewannen drei Schüler vom St. Michael-Gymnasium in Bad Münstereifel den mit 1700 Euro dotierten Preis der Bundeskanzlerin. Tobias Kaufmann (15), Luca Banszerus (16) und Michael Schmitz (16) war es gelungen, mit den Mitteln ihres Schullabors Graphen herzustellen. Sie entwickelten Schichten aus Kohlestoff, so dünn wie nur ein Atom. Graphen gilt als Grundstoff für die Nanotechnologie.

Bildungsministerin Schavan sagte, der Wettbewerb sei ein hervorragendes Instrument zur Nachwuchs- und Talentförderung. „Es gibt ungewöhnlich viel Originalität in der jungen Generation.“
Mit mehr als 10 000 Jugendlichen bei den 70 Regional- und 16 Landesausscheidungen hat der Wettbewerb nach Angaben der Stiftung „Jugend forscht“ in diesem Jahr die höchste Teilnehmerzahl in seiner 43-jährigen Geschichte erreicht. Mit 20 Projekten war die Physik in diesem Jahr der stärkste Arbeitsbereich in dem Wettbewerb. Über die Platzierung entschied eine unter anderem aus Hochschullehrern und Vertretern der Wirtschaft zusammengesetzte Jury.

Die Sieger der jeweiligen Fachgebiete im Überblick:

ARBEITSWELT: Dominik Rupp (18) und Bernhard Strobl (21) von der Pfleiderer AG in Neumarkt (Bayern). Die beiden entwickelten ein Werkzeug, das an kniffligen Stellen Außengewinde schneidet. Außengewinde haben zum Beispiel Schrauben. Die Gewinde liegen sichtbar an der Außenseite.

CHEMIE: Maria Hoyer (18) vom Gymnasium Gröbenzell (Bayern). Sie erfand ein Verfahren, das die Bewegung kleiner Teilchen misst. Dazu brauchte sie einen Farbstoff, der sich zum Beispiel an Teile des Erbgut-Moleküles ranhängt. Das Verfahren hilft Forschern im Labor.

TECHNIK: Thomas Nesch (19) von der Daimler AG in Sindelfingen (Baden-Württemberg). Wie kann verhindert werden, dass beim Lackieren von Autos Farbe verloren geht? Das fragte er sich – und entwickelte ein Gerät, das schon bei winzigen Lecks Alarm schlägt.

GEO- UND RAUMWISSENSCHAFT: Timo Stein (17) und Christopher Förster (20) aus Berlin. Vor 15 Milliarden Jahren entstand die Erde. Spuren von damals sind heute noch im All messbar. Das taten die beiden mit einem Gerät Marke Eigenbau: Sie konstruierten es aus einer Satellitenschüssel und Kaninchendraht aus dem Baumarkt.

BIOLOGIE: Lisa Schowe (17) und Anja Massolle (16) vom JohannConrad-Schlaun-Gymnasium in Münster (Nordrhein-Westfalen). Wenn es Pflanzen nicht gut geht, können sie das Sonnenlicht nicht richtig nutzen. Sie strahlen es wieder ab. Dieses zurückgestrahlte Licht maßen die beiden Jungforscherinnen – und wiesen damit nach, wann es Pflanzen schlecht ging.

PHYSIK: David Wittkowski (17) vom Heinrich-Heine-Gymnasium in Mettmann (Nordrhein-Westfalen). Er untersuchte und berechnete mit dem Computer, wie Flüssigkeiten herumwirbeln, wenn der Eimerboden sich zu drehen beginnt. Dabei entstehen Muster aus Keulen, Dreiecken oder Quadraten.

MATHEMATIK/INFORMATIK: Jessica Fintzen (19), Malte Lackmann (17) und Andreas Decker (19) aus Schleswig-Holstein. Kreise sind nicht langweilig! So etwas dachten die drei – und konstruierten irre Kreismuster. Außerdem berechneten sie die Kreise und wie diese zueinander stehen.

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