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Münsteraner radelt 3073 Kilometer nach Rjasan

Münster. Auf 3000 Kilometer hatte er die Strecke von Münster bis nach Rjasan geschätzt. Und damit einen Volltreffer gelandet. Denn als er am Ortseingangsschild von Münsters russischer Partnerstadt auf den Tacho schaute, zeigte der 3073 Kilometer...

Dienstag, 13.05.2008, 08:05 Uhr

Münster - Auf 3000 Kilometer hatte er die Strecke von Münster bis nach Rjasan geschätzt. Und damit einen Volltreffer gelandet. Denn als er am Ortseingangsschild von Münsters russischer Partnerstadt auf den Tacho schaute, zeigte der 3073 Kilometer. Ach ja: Es handelte sich um einen Fahrradtacho. Denn Patrick Pohl hatte die Strecke per Leeze zurückgelegt . . .

Als der 32-jährige Münsteraner, der schon viele Extrem-Touren unternommen hat, Mitte März am münsterischen Rathaus startete (WN, 17.3.), konnte er noch nicht ahnen, dass das Wetter sein größtes Problem werden würde. In Polen wurde er nämlich von einem ausgewachsenen Schneesturm überrascht. Und erst, als er sich ernsthaft mit dem Gedanken an einen Abbruch der Reise beschäftigt hatte, wurde es langsam wieder besser.

Ansonsten, so lächelt der passionierte Weltenbummler auf zwei Rädern, habe aber fast alles „super geklappt“. Wenn man mal davon absieht, dass es in Russland viele wilde Hunde gibt. Und die Straßen dort nicht gerade für Radfahrer gemacht sind . . .

Aber die Leute seien durchweg nett gewesen, er sei überall freundlich aufgenommen worden. Und an der ukrainisch-russischen Grenze, vor der ihn gleich mehrere gewarnt hatten („Mit einem Fahrrad kommst du da niemals rüber!“), traf er auf einen freundlichen Grenzbeamten, der aus unerfindlichen Gründen auch noch fließend Deutsch sprach.

Die größte Überraschung aber wartete in Rjasan auf ihn. Patrick Pohl hatte von der münsterischen Stadtverwaltung nur die Telefonnummer der dortigen Partnerschaftsbeauftragten erhalten. Aber die war Gold wert, wie der 32-jährige schnell feststellte: Nachdem er die Nacht zuvor noch in einer alten Betonröhre zugebracht hatte, saß er plötzlich mit etlichen Offiziellen in einem VIP-Restaurant. Und so ging es mehrere Tage lang weiter. Empfänge, Stadtführungen, Pressekonferenzen, Fernsehtermine. „Ich war plötzlich ,Mister Wichtig‘“, schmunzelt Patrick Pohl. Der Rjasan auch aus anderen Gründen in guter Erinnerung behalten wird: „Da bewegt sich doch eine ganze Menge.“

Nach einer Woche Rjasan stieg Pohl wieder aufs Fahrrad, radelte nach Moskau und flog von dort aus zurück.

Die nächste Tour ist übrigens schon geplant. Am 12. September startet ein Spendenlauf quer durch Deutschland, dessen Erlös gegen die Kinderarmut eingesetzt werden soll. Der Münsteraner wird die gesamte Tour, die in Kiel beginnt und dann durch alle Bundesländer führt, quasi als radelnder Vorab-Scout begleiten. 2500 Kilometer in 16 Tagen . . .

Patrick Pohl: „Übrigens: Wir suchen noch Läufer, die mitmachen und von Freunden dafür „Fersengeld“ bekommen.“ Wer Interesse hat: www.kinderhilfe-durch-deutschland.de.

Aber auch das wird nicht seine letzte „Pättkestour“ sein. Pohl: „Mein Traum ist ja immer noch eine Radtour rund um die Welt . . .“

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