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Zu viele Aufgaben in der Abi-Klausur

Münster. Ulrich Gottschalk hat einen Blick in die Matheklausuren seiner Abiturienten geworfen. Und danach kann der Schulleiter des Schillergymnasiums die derzeitige Aufregung über die Aufgabenstellung im Zentralabitur nicht ganz verstehen...

Freitag, 02.05.2008, 14:05 Uhr

Münster - Ulrich Gottschalk hat einen Blick in die Matheklausuren seiner Abiturienten geworfen. Und danach kann der Schulleiter des Schillergymnasiums die derzeitige Aufregung über die Aufgabenstellung im Zentralabitur nicht ganz verstehen. In der Tat sei die letzte Aufgabe sehr umfangreich gewesen, sagt Gottschalk. Aber – ohne dem Abi-Ergebnis vorzugreifen – hat er das Gefühl, dass es in der Regel „keine großen Abweichungen zur Vornote“ geben werde. Viele andere Gymnasiallehrer hätten, so schlug der Philologenverband gestern Alarm, die Aufgaben im Zentralabitur als „kaum zu bewältigen“ kritisiert.

Thomas Kruse , Abiturient am Geschwister-Scholl-Gymnasium, bestätigt, dass er mit der Grundkurs-Matheklausur Probleme hatte. „Im Vergleich zur Vorklausur ein erheblicher Unterschied“, sagt Thomas Kruse, der auf die Ergebnisse in seinen anderen Fächern Geschichte und Englisch setzt. „Da waren die Fragestellungen o.k.“. Auch Jonas Franz, der am Schillergymnasium die Abi-Klausur im Leistungskurs Mathe geschrieben hat, war mit den Aufgaben „gut beschäftigt“, wie er sagt: „Es war machbar, aber schwerer als sonst“, bestätigt er.

Nicht schwerer, nur eben umfangreicher, meint Helmut Seifen, Leiter des Schlaungymnasiums. Die Kritik des Philologenverbandes teilt er nicht: Die Aufgaben waren in den meisten Fächern, so in Deutsch, das er selbst betreute, „absolut in Ordnung.“

Das meint auch Robert von Olberg, Abiturient und Schülersprecher am Hittorf-Gymnasium zur Deutschklausur. In Sozialwissenschaften, betont er, sei aber eine Fülle an Detailwissen abgefragt worden: „Das war neu für uns.“ Klagen hat von Olberg von Mitschülern über die Mathe- und Biologieklausuren gehört.

Die Lehrer haben die Arbeiten gestern den Zweitkorrektoren übergeben. Alle müssen nach einem vom Land festgelegten Punkteschema werten. Hier sieht Ulrich Gottschalk tatsächlich Verbesserungsbedarf. Wie welche Antworten gewertet werden müssen, das sei in manchen Fällen schwer „nachvollziehbar.“

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