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Kommt die Prozessionswegbrücke vor den Kadi?

Münster. Die Pläne sind veröffentlicht, der Ausbau des Dortmund-Ems-Kanals kann in ein paar Monaten beginnen. Am 23. Juni erhält der Planfeststellungsbeschluss Rechtskraft, und dann gibt es kein Zurück mehr. Es sei denn . . ...

Mittwoch, 18.06.2008, 01:06 Uhr

Münster - Die Pläne sind veröffentlicht, der Ausbau des Dortmund-Ems-Kanals kann in ein paar Monaten beginnen. Am 23. Juni erhält der Planfeststellungsbeschluss Rechtskraft , und dann gibt es kein Zurück mehr. Es sei denn . . .

Es sei denn, ein Anlieger erhebt jetzt noch gegen den Planfeststellungsbeschluss Klage vor dem Bundesverwaltungsgericht in Leipzig. Und genau das könnte passieren. Wenn nämlich die Kirchengemeinde St. Mauritz nicht mitspielt. Sie ist Eigentümerin des Prozessionsweges, auf dem eine neue Fußgängerbrücke über den Kanal gebaut werden soll. Und sie möchte darum mitbestimmen, was das Aussehen dieser Brücke betrifft. Der aktuelle Entwurf wird jedenfalls vom Kirchenvorstand abgelehnt.

Georg Altrogge und Hubertus Ebbeskotte vom Kirchenvorstand erläutern, warum: „Wir wünschen uns einen freien Blick auf den Kanal. Die jetzt vorgesehene Brücke erlaubt nur eine einseitige Durchsicht, und auch die nur eingeschränkt.“ Wie sollte die Brücke denn aussehen? „Leichter, schlichter, offener.“ Am liebsten wie die jetzige Brücke, nur halt etwas länger.

<2>Dass dies nicht ohne weiteres möglich ist, wissen die beiden. Die Brücke über den Prozessionsweg soll künftig 80 Meter lang sein, 20 Meter mehr als heute. Da müssen schon mindestens ein paar Schrägseile her, um das Ganze zu halten. Sei’s drum: Das eigentliche Brückengeländer sähe dann ähnlich aus wie heute. Das erlaube einen unmittelbaren Blick auf das Wasser und die Schiffe, und der bringe hohe Aufenthaltsqualität. Der Kanalausbau werde anstrengend genug, da möchte man es anschließend ähnlich schön haben wie zuvor.

Die „Vorzugsvariante“ des Arbeitskreises Brückengestaltung hingegen sei eine Art Trogbrücke mit bis zu 1,95 Meter hohen, gegenläufigen Seitenwänden aus Stahl, die den Blick eher behinderten. Architektonisch recht schick, ohne Frage, aber ebenso kühl wie unpraktisch, meinen Altrogge und Ebbeskotte. Man habe diese Variante schon früher abgelehnt – bislang vergeblich.

Am Donnerstag (19. Juni) findet um 19.30 Uhr im Pfarrheim St. Mauritz an der St.-Mauritz-Freiheit eine öffentliche Infoveranstaltung zum Thema Prozessionswegbrücke statt. Sollte sich die Mehrheit der Anwesenden der Meinung des Kirchenvorstandes anschließen, werde man in Leipzig klagen, unterstreicht Georg Altrogge. Schließlich werde hier massiv in Eigentumsverhältnisse eingegriffen. Würde man auf diesen Schritt verzichten, drohe die Enteignung.

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