Nachrichten Münster
Keine Delikatessen mehr im Galeria-Keller

Freitag, 15.08.2008, 07:08 Uhr

Münster - Nach zwei Jahrzehnten ist Schluss. Der Delikatessa-Bereich im Galeria-Keller wird zum 31. Januar 2009 geschlossen. Das bestätigte gestern Thorsten Außem , Geschäftsführer der Galeria Kauhof : „1988 war das ein ganz neues Konzept zum Thema Degustation “, sagt Außem. Heute sei die Konkurrenz in der Stadt „ganz anders aufgestellt“.

Die betroffenen Geschäfte haben teilweise ihre Mitarbeiter erst in der letzten Woche informiert. Kündigungen wurden etwa im Homann-Fischrestaurant ausgesprochen. Das Lokal ist das letzte einer Kette, die zum Dissener Lebensmittel-Hersteller gehört.

Bei der Casserole sucht man derzeit intensiv nach einem neuen Standort in Münster, erklärt Thomas Jansen . Der Fleisch-Spezialitätenladen betreibt vier Stände im Galeria-Untergeschoss. Jansen: „Münster hat ein angenehmes Publikum, die Kaufkraft ist hoch. Wir wollen bleiben.“

Auch ein italienischer Gastronom, der Pasta, Pizza und Kaffee an drei Ständen anbietet, sucht Alternativen. „Es muss schon in der Nähe sein“, sagt Mitarbeiter Jorge Rodriguez, „vielleicht können wir dann auch unsere Stammgäste mitziehen.“

Tatsächlich lebte der kulinarische Gemischtwarenladen vor allem von Stammkundschaft. Außenwerbung war nicht möglich. Entweder findet man den Weg durchs Kaufhaus, oder durch einen ehr unansehnlichen Nebeneingang in die Delikatessen-Etage. Casserole-Mitarbeiter Thomas Jansen: „Wir sind auf Mundpropaganda angewiesen.“

Für Galeria-Geschäftsführer Außem war das Konzept, das 1988 bundesweit innovativ war, kaum noch renovierbar. Einige lokale Partner, mit denen man gestartet war, gebe es schon gar nicht mehr: „Das macht es schwer, dieses Thema neu zu konzipieren.“

Außem denkt darüber nach, im Untergeschoss den Haushaltsbereich auszuweiten: „Da sind wir heute Marktführer in Münster.“ Sicher werde man nicht den Lebensmittelsektor vergrößern.

Bleiben werde in jedem Fall das Café Liesenkötter in der ersten Etage und die „sehr erfolgreiche“ Dinea-Gastronomie auf 700 Quadratmetern im dritten Geschoss. Auch das Modell mit der Lindt-Chocolaterie habe sich bewährt. Gespräche würden auch mit der Bäckerei Tollkötter geführt, die möglicherweise weiter im Hause eine Filiale betreiben werde.

Im Untergeschoss des Kaufhauses werden durch die Veränderungen 1300 Quadratmeter frei.

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