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Fahrrad-Ampeln: Die Zukunft heißt Rot-Gelb-Grün

Münster . Rot-Grün ist ein Auslaufmodell – die Zukunft heißt Rot-Gelb-Grün. Nicht in der Politik, sondern im Straßenverkehr: Sämtliche Fahrrad-Ampeln im Stadtgebiet sollen in den kommenden Jahren zusätzlich mit einem gelben Feld zwischen Rot und...

Mittwoch, 03.09.2008, 20:09 Uhr

Münster - Rot-Grün ist ein Auslaufmodell – die Zukunft heißt Rot-Gelb-Grün. Nicht in der Politik, sondern im Straßenverkehr: Sämtliche Fahrrad-Ampeln im Stadtgebiet sollen in den kommenden Jahren zusätzlich mit einem gelben Feld zwischen Rot und Grün ausgestattet werden. Eine Maßnahme, „von der wir uns mehr Akzeptanz der Verkehrsregeln sowie ein Plus an Sicherheit versprechen“, wie Andreas Pott vom Amt für Stadtentwicklung betont.

Ein Anfang ist bereits gemacht – an der Kreuzung Wolbecker Straße/Hansaring. Servatiiplatz, Hafenstraße und Bahnhofstraße sollen in den kommenden Monaten folgen, bevor 2009 die Lichtzeichenanlagen an der Weseler Straße, Am Stadtgraben, am Hindenburgplatz und an der Steinfurter Straße umgerüstet werden.

Ausreden wie „War doch gerade noch Grün“ und „Ich konnte nicht mehr anhalten“ gehören mit den neuen Ampeln der Vergangenheit an, hofft Pott. Zwei Sekunden wird künftig zwischen Rot und Grün ein gelbes Radsignal aufleuchten. Den Radfahrern wird damit signalisiert: Achtung, gleich kommt Rot – stehen bleiben! Die bislang übliche Toleranzsekunde bei Rot ist damit hinfällig – wer künftig bei Rot weiterstrampelt, handelt laut Pott auch schon direkt nach dem Umspringen eindeutig vorsätzlich und kann entsprechend zur Kasse gebeten werden. 25 Euro, wenn kein anderer Verkehrsteilnehmer in der Nähe ist; 62,50 Euro, wenn andere Verkehrsteilnehmer gefährdet werden.

Die Ordnungspartnerschaft Verkehrsunfallprävention hatte die Umrüstung kürzlich beschlossen – und war damit dem Beispiel anderer Städte gefolgt. In Bielefeld, Dortmund und Osnabrück sind Rot-Gelb-Grün-Radampeln bereits Standard, ebenso an einigen Landstraßen im Münsterland. Das Mehr an Sicherheit gibt es freilich nicht zum Nulltarif: Die Umrüstung einer Ampel kostet nach Angaben von Pott zwischen 300 und 400 Euro. Auf der anderen Seite seien die neuen LED-Lampen deutlich Strom sparender als die alten Glühbirnen, zudem hätten sie eine längere Lebensdauer.

Die Kosten für die Umrüstung werden sich allerdings über einen längeren Zeitpunkt verteilen. Denn nur dort soll neue Technik in alte Radampel-Gehäuse eingebaut werden, wo ohnehin Baumaßnahmen an Ampeln geplant sind. So wird es wohl noch Jahre dauern, bis an sämtlichen 270 Ampelanlagen im Stadtgebiet auch die Radampeln in drei Farben erstrahlen werden.

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