Nachrichten Münster
Förderpreis für Vatanparast: Durchboxen für den Beruf

Freitag, 26.09.2008, 08:09 Uhr

Münster - Wer boxen kann, der boxt sich besser durchs Leben? Na und ob! Dank Farid Vatanparast, ehemals Boxprofi. Der 29-Jährige, von allen Farid genannt, hat’s voll drauf. Solche Männer braucht das Land. Denn er versteht es, Jugendlichen den richtigen Schubs zu geben und ihnen klarzumachen, was wahre Werte sind, was im Leben zählt, nämlich „sich Ziele zu setzen und dafür zu kämpfen. Mit allen sieben Feuern des Erfolgs, darunter Disziplin und Mut“, wie Farid Vatanparast sagt.

1994 hat der Diplom-Betriebswirt Mamas Werk, das Café-Restaurant „Rossini“, übernommen. Als 13-Jähriger kam der gebürtige Iraner nach Münster. Er ist eine Seele von Mensch, war Olympiakandidat, hatte bereits den Profivertrag unterschrieben. Doch dann hatte er einen Unfall und erblindete auf einem Auge.

Vatanparast wird auch als „kleines Arbeitsamt “ betitelt, weil er alles dransetzt, Jugendlichen mit sozialer Benachteiligung oder Migrationshintergrund eine berufliche und soziale Integration in den Arbeitsmarkt zu bieten. Er hat eine Boxabteilung beim Telekom Post SV Münster auf die Beine gestellt, in der Jugendliche ihre Null-Bock-Stimmung Schlag auf Schlag überaus erfolgreich wegtrainieren.

So viel ehrenamtliches Engagement geht nicht leer aus in diesem Land. Mit dem Deichmann-Förderpreis in Höhe von 1000 Euro wurde er gestern im vollen Ristorante von Arbeitsminister Karl-Josef Laumann geehrt. „Ich bin gerne aus dem Münsterland in die Hauptstadt gefahren, um an der Ehrung teilzunehmen. Politik und Gesellschaft geht es auch darum, gute Beispiele bekannt zu machen. Der beste Schutz vor Arbeitslosigkeit ist eine Lehrstelle“, sagte Laumann. Das derzeitige Plus an Lehrstellen führt er darauf zurück, „dass der inhabergeführte Mittelstand zu seiner Verantwortung gestanden hat“. Dabei stellte er „Rossini“ als ein gutes Beispiel hin. Gleichzeitig unterstrich er die Rolle der Sportvereine, die über den Sport Jugendliche an Aufgaben in der Gesellschaft ranführten. „Dies sind Leistungen, die es wert sind, als Vorbild hingestellt zu werden“, so Laumann mit Blick auf Farid Vatanparast. Er hat ein Netzwerk mit Unternehmen aufgebaut und arbeitet eng mit dem Arbeitsamt zusammen. Seit 2006 hat er 30 Jugendlichen einen Job, eine Ausbildung oder Praktikumsstellen vermittelt.

Pinto Jörling gehört dazu. „Ich wollte Kampfsport machen, um mich für die Straße zu rüsten. Schule war mir nie wichtig, bis mir Farid klarmachte, dass ich mich als Mensch weiterentwickeln muss. Ich schaffte meinem Hauptschulabschluss und mache nun eine Ausbildung zum Sport- und Fitnesskaufmann“, strahlte Pinto Jörling (25), der im Fitnessstudio „Power-Sports“ eine gute Figur macht, wie sein Chef Hakan Yalcin bestätigte.

Anzeige
http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/398842?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F92%2F696369%2F696374%2F
Preußen kassieren gegen Zwickau dritte Pleite am Stück
Fußball: 3. Liga: Preußen kassieren gegen Zwickau dritte Pleite am Stück
Nachrichten-Ticker