Nachrichten Münster
Helma Sjuts: Abschied von einer Königin der Lüfte

Samstag, 06.09.2008, 06:09 Uhr

Münster . Zum jetzigen Zeitpunkt kam ihr Tod doch überraschend: Seit Anfang des Jahres befand sich Helma Sjuts nach längerer Krankheit auf dem Weg der Besserung, und noch am Wochenende nahm sie als aufmerksame Beobachterin an der Montgolfiade auf den Aaseewiesen teil. Wie ihre Familie mitteilt, starb die berühmte Ballonfahrerin am Donnerstag. Die Lebenskräfte verließen sie ganz plötzlich während einer Trauerfeier unter freiem Himmel. Helma Sjuts wurde 89 Jahre alt.

Zum Ballonsport war sie eher zufällig gekommen. Als Vertreterin des Stadtsportbundes nahm die damalige Leiterin der Paul-Gerhard-Realschule im Mai 1969 an einer Ballonfahrt teil. Ihrer etwas unpassenden Kleidung wegen sei sie damals belächelt worden – und das habe sie nicht auf sich sitzen lassen können, erzählte sie später. Bereits im Oktober 1970 nahm die zupackend-fröhliche Helma Sjuts den Pilotenschein für Gasballone in Empfang und fuhr als „Europrinzessin vom Schwarzen See“ durch die Luft. Seit 1987 durfte sie auch „Heißlüfter“ fahren, aber das war nicht so ihre Sache. Dass sie schon seit 1939 einen Segelflugschein besaß, erwähnte sie immer nur am Rande.

Im Gasballon, dem sich die langjährige CDU-Ratsfrau nach ihrer Pensionierung 1982 noch intensiver widmete, erwarb sie sich den Ruf einer der besten Pilotinnen der Welt. Nationale und Internationale Meisterschaften, spektakuläre Langstreckenfahrten, berühmte Rennen – über 100 000 Kilometer legte die Königin der Lüfte im Ballonkorb zurück.

Als sie im Jahr 2000 ihre Pilotenlizenz zurückgab, war sie 1140 Mal aufgestiegen und rangierte damit auf den vordersten Plätzen der Weltrangliste. Unter den zahlreichen Auszeichnungen ragen das von Bundespräsident Richard von Weizsäcker verliehene „Silberne Lorbeerblatt“ und das „Diplome Montgolfier“ hervor.

2003 hat Helma Sjuts ihre Memoiren im Aschendorff-Verlag veröffentlicht: „Ein Leben im Ballon“.

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