Nachrichten Münster
Kleinere Büros helfen sparen

Dienstag, 09.09.2008, 21:09 Uhr

Münster . Sparen durch standardisieren – so könnte man ein Gutachten des Gemeindeprüfungsamtes Nordrhein-Westfalen überschreiben. Die Gutachter haben errechnet, wie viel Geld NRW-Kommunen für bestimmte Dienstleistungen ausgeben und vergleichen diese Aufwendungen mit (theoretischen) Idealwerten . Bei Erfüllung aller Idealwerte könnte Münsters Stadtkämmerin Helga Bickeböller im Jahr 30 Millionen Euro sparen.

OB Dr. Tillmann erklärte gestern postwendend, dass dieser Bericht nicht als Basis für eine neue Sparrunde diene. Hier einige Details: Schulen: Rechnet man die Flächen der münsterischen Schulen auf die Schüler um, so ergibt sich ein Wert von 14,4 Quadratmeter (weiterführende Schulen) bis 16,2 Quadratmeter (Grundschulen), die jedem Schüler zur Verfügung stehen. Die Gutachter halten 12,4 bis 12,6 Quadratmeter für ausreichend. So könnte man 70 000 Quadratmeter Schulflächen und 5,7 Millionen Euro jährlich sparen.

Verwaltungsgebäude
: Jeder Mitarbeiter der Stadtverwaltung beansprucht – rein rechnerisch – 47,9 Quadratmeter Fläche in städtischen Gebäuden. 38,4 Quadratmeter sind nach Ansicht der Gutachter genug. Einsparung: 18 700 Quadratmeter und 1,5 Millionen Euro im Jahr.

Reinigung: Bei öffentlichen Gebäuden werden hierfür je Quadratmeter und Jahr 11,75 Euro fällig. „Machbar“ wären auch 6,88 Euro, was 2,4 Millionen Euro Einsparungen bringen würde.

Parks: 7957 Euro je Hektar öffentliche Grünfläche wendet die Stadt jährlich für die Pflege auf. 4918 Euro würden reichen, so die Landesbehörde. Einsparpotenzial: 1,1 Millionen Euro.

Hilfe zur Erziehung: Jeder Fall, bei dem die Stadt Münster tätig werden muss, schlägt rein rechnerisch mit 19 875 Euro zu Buche. Die Gutachter aber geben eine Benchmark von 12 750 Euro vor. Sollte es überdies gelingen, den Anteil der ambulanten Hilfe von 51 Prozent auf 66 anzuheben, gäbe es ein Einsparpotenzial in Höhe von 5,5 Millionen Euro.

Kindergärten: In Münster decken die Elternbeiträge 14,2 Prozent der Kosten. Die Gutachter halten 15,8 Prozent für angemessen. Die Eltern müssten dann 450 000 Euro mehr an die Stadtkasse abführen.

Öffentlicher
Gesundheitsdienst: 16,40 Euro je Münsteraner und Jahr gibt die Stadt hierfür aus. Die Gutachter schlagen 9,07 Euro vor und errechnen zwei Millionen Euro Einsparungen.

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