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Neue Glocken für St. Lamberti

Münster. Die Wiedertäuferkäfige an St. Lamberti werden zur Seite gerückt. Um Platz zu machen für vier neue Glocken, die an dieser Stelle in die Stadt- und Marktkirche per Kran in den Turm bugsiert werden...

Donnerstag, 04.09.2008, 06:09 Uhr

Münster . Die Wiedertäuferkäfige an St. Lamberti werden zur Seite gerückt. Um Platz zu machen für vier neue Glocken , die an dieser Stelle in die Stadt- und Marktkirche per Kran in den Turm bugsiert werden. Dafür muss die imposante Ratsglocke ebenfalls verschoben werden, um den Weg der neuen Prachtexemplare in die darunter liegende Glockenkammer frei zu machen. Spätestens Weihnachten soll das neue Geläut erklingen und Münster in freudige Stimmung versetzen.

Dr. Ludger Winner, Pfarrer von Lamberti mit den dazugehörenden Altstadtkirchen, ist fit im Turmsteigen. Im Gänsemarsch ging es gestern die enge Wendeltreppe hinauf in windige Höhen, um mit einem fantastischen Ausblick belohnt zu werden. Dabei wurde das Vorhaben vorgestellt. Die neuen Glocken greifen nach Auskunft des Pfarrers in ihrer Widmung die Spuren der großen Seligen und Beter von Lamberti auf: Clemens August Graf von Galen, Maria Droste zu Vischering, Niels Stensen, Edith Stein sowie Schwester Maria Euthymia.

Mit von der Kletterpartie waren der Glockenexperte des Bistums, Michael Gerding , Rudolf Söbbeke vom Kirchenvorstand, Diakon Dr. Ralf Hammecke und die Architekten Wolfgang Ubbenhorst und Stefan Westphal.

Die glockenreine Anschaffung hat Dringlichkeit. Damit die jetzigen Glocken nicht verstummen – weil sie nach mehr als 500 Jahren an Ermüdungserscheinungen leiden. „Die ersten Glocken wurden einst auf dem Lamberti-Kirchplatz gegossen“, wusste Söbbeke zu berichten. Die neuen Klangkörper werden dagegen in Gescher gegossen. Sie sollen das historische Glockengeläut von St. Lamberti ergänzen und entlasten, informierte Diakon Dr. Ralf Hammecke. Er hat ein Faltblatt gestaltet, das in St. Lamberti ausliegt und das Glockenprojekt erläutert.

„Der harte Glockenschlag hat zu Rissen geführt, das Material ist in Mitleidenschaft gezogen. Wir möchten die Klanglücke schließen“, verdeutlichte Michael Gerding die Dringlichkeit für die Anschaffung des Glockenquartetts. Vor 100 Jahren wurde ein Glockenstuhl aus Eisenträgern angebracht. Und dies bekommt den Glocken nicht. Alte und neue Klangkörper sollen in einem doppelstöckigen Glockenstuhl aus Holz fachgerecht in Schwingung kommen, was ein positives Klangbild beschert. Dabei kommen die historischen Glocken nur zu besonderen Gelegenheiten zum Einsatz.

Rund 20 000 Euro kostet eine Glocke vom Guss bis zur Aufhängung. „Zwei sind bereits finanziert“, freut sich Pfarrer Winner. „Für weitere Spenden wären wir von Herzen dankbar.“

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