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Ein 50 000-Euro-Geschenk

Münster. Das Kunstwerk ist so groß wie ein Tennisplatz. Man kann es folglich nicht einfach abtransportieren wie ein Gemälde, das verpackt wird und dann von einem Museum zum anderen wandert. Und doch herrschte gestern Mittag eitel Sonnenschein...

Mittwoch, 29.10.2008, 09:10 Uhr

Münster . Das Kunstwerk ist so groß wie ein Tennisplatz . Man kann es folglich nicht einfach abtransportieren wie ein Gemälde, das verpackt wird und dann von einem Museum zum anderen wandert. Und doch herrschte gestern Mittag eitel Sonnenschein, als bei strahlendem Wetter nahe der Tuckesburg auf dem ehemaligen Zoo-Gelände offiziell verkündet wurde: Das Bodenrelief „We are still and reflective“ des schottischen Künstlers Martin Boyce bleibt in Münster.

Am meisten freute sich darüber natürlich der Künstler, denn Münster sei „die erste deutsche Stadt, in der ein Kunstwerk von mir dauerhaft zu sehen ist“, so Boyce. Als Ort moderner Kunst sei ihm Münster seit Jahren ein Begriff. „Da ist es schön, hier präsent zu sein.“

Freude auch beim Verein der Kaufmannschaft zu Münster von 1835. Zum zweiten Mal nach 1997, als der „Poetische Sendeturm“ von Ilja Kabakov am Aasee angekauft wurde, machen Münsters Kaufleute dem Landesmuseum und der Stadt ein Geschenk – im Wert von immerhin 50 000 Euro.

Die Arbeit genieße „eine hohe Akzeptanz“ bei den 250 Mitgliedern des Vereins, erklärte der Vorsitzende Dr. Hugo Fiege , zumal man die Boyce- und die Kabakov-Kunstwerke durch „einen wunderschönen Spaziergang entlang des Aaseeufers verbinden kann“.

Schmunzelnd fügte Dr. Fiege hinzu, dass sich als Alternative für einen Ankauf die „umgekehrte Pyramide“ von Bruce Naumann angeboten habe. Aber im Verein habe sich die Erkenntnis breit gemacht, dass die tonnenschwere Naumann-Skulptur „sowieso nicht abgebaut wird“.

Was bei Martin Boyce zumindest theoretisch möglich wäre. Das Kunstwerk besteht nämlich aus Bodenplatten „in 13 verschiedenen Typen“, so die Kuratorin Dr. Brigitte Franzen. Der Künstler habe mit seiner „ruhigen Arbeit“ einen „konkreten Bezug zu Design und Architektur“ hergestellt.

Während Museumsdirektor Dr. Hermann Arnold und Bürgermeisterin Karin Reismann die Bedeutung der Skulpturen-Ausstellungen für Münster heraushoben, sprach der Kurator der bisherigen Skulpturen-Ausstellungen, Prof. Kasper König, den konkreten Nutzen der Boyce-Arbeit an: „Wie ich höre, ist diese Fläche bei Flohmarkt-Beschickern sehr beliebt . . .“

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