Nachrichten Münster
Titus Dittmann sammelt Skateboards für Afghanistan

Mittwoch, 15.10.2008, 19:10 Uhr

Greven/ Münster . Ein Projekt in Afghanistan , das den Aufbau einer Skateboardschule zum Ziel hat: „Das war wie ein Stromstoß“, sagt Titus Dittmann . Sofort stand für ihn fest, dass er sich dem „Skateistan“-Projekt von Oliver Percovich anschließen wird. Ins Leben gerufen hatte es der 33-jährige Deutsch-Australier Percovich, nachdem er im Februar 2007 einer Freundin nach Afghanistan nachgereist war. Im Gepäck: sein Skateboard . Auf den Straßen von Kabul war dieses Brett mit den kleinen Rollen eine Sensation, schnell hatten sich Jugendliche um den jungen Mann geschart, dem rasch klar wurde, dass er hier etwas Großes bewirken kann. „Skaten kommt bei ihnen gut an, es holt sie von der Straße und bietet eine Alternative zu Drogen“, so Percovich.

Als Dittmann von dem Projekt erfuhr, war er sofort Feuer und Flamme. „Mit einem Partner vor Ort ist es leichter, etwas zu erreichen“, weiß der Inhaber der Titus GmbH aus Erfahrung. Darum hat er alle Jugendlichen in ganz Deutschland dazu aufgefordert, ihre Zimmer und Schränke nach Skateboards, Zubehör und Bekleidung zu durchsuchen. Denn: Was in deutschen Kinderzimmern ausrangiert wurde, ist für die Kids in Kabul Gold wert.

In den Skateboardschulen in Afghanistan werden die Bretter und das dazugehörige Equipment an die Kids verliehen, die gerade Unterricht haben. So werde für die Jugendlichen in dem kriegsgebeutelten Gebiet ein Freizeitangebot geschaffen. Nebenbei: Auch Mädchen dürfen in der „Skateistan“-Schule skaten.

Vor zwei Wochen ist die Aktion in sämtlichen Titus-Shops in Deutschland gestartet, schon jetzt haben sich etliche Jugendliche auf den Weg gemacht und fleißig gespendet, berichtete Dittmann gestern in Greven. Was später an Boards fehlt, spendet die Titus GmbH. 50 bis 70 Pakete sollen mit Equipment zusammen kommen und über den Kooperationspartner DHL nach Kabul verschickt werden.

„Ein Stück weit Rückkehr zur Normalität“ verspricht sich Michael Kegel, Leiter der DHL-Niederlassung Greven, von diesem Projekt, das er zusammen mit seinem Kollegen Thomas Schmiemann angepackt hat. Kegel und Schmiemann rechnen mit gut einer Tonne Material, das über Frankfurt nach Kabul geschickt werden soll.

„Wir sammeln die Pakete in Münster, bringen sie dann nach Greven und verschicken sie von hier aus“, erklärt Kegel den Versandablauf. Damit auch wirklich alles reibungslos läuft, hat Schmiemann auch schon Kontakt mit dem zuständigen Amt in Kabul aufgenommen. „Wir wollen die Kommunikationsreihe sehr eng halten“, erläuterte Schmiemann.|www.skateistan.org

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