Nachrichten Münster
Wilsberg feiert Jubiläum

Dienstag, 25.11.2008, 06:11 Uhr

Köln / Münster . Ob er sich vorstellen könnte, in Münster zu leben? Die Frage eines Kölner Journalisten bringt Wilsberg-Darsteller Leonard Lansink ein kleines bisschen aus der Fassung. „Natürlich, in Münster kann jeder leben, gut sogar. Aber ich kann da nicht mehr gut alleine sein . . .“

Dass die ZDF-Krimis um den schlunzigen Privatdetektiv Georg Wilsberg in Münster so etwas wie Kultstatus genießen und ihr Hauptdarsteller zur lokalen Prominenz zählt, nimmt die Fernsehwelt mit freundlichem Erstaunen zur Kenntnis. Erst recht, dass die Filmcrew jedes Mal ein gutes Drittel der Produktionszeit wirklich in Münster verbringt und hier zum Stadtbild gehört. Das sei in Zeiten knapper Budgets nicht selbstverständlich, betont Producer Anton Moho von „Cologne Film“. Leonard Lansink spart sich nicht einmal die Spitze gegen die Tatort-Macher vom WDR, die viel weniger Zeit in der Stadt verbringen würden.

Münster sei eben unentbehrlich für Wilsbergs Erfolg. Rita Russek, die Darstellerin der feschen Kommissarin Anna Springer, bringt es auf den Punkt: „In New York findet man jedes Verbrechen glaubwürdig.“ In Münster dagegen wirke es dramatisch und komisch zugleich.

Seit 13 Jahren mischt Georg Wilsberg Münster auf. ZDF-Redakteur Michael Neumann wollte als Gegengewicht zu den damals üblichen „starken Frauen“ einen „schwachen Mann“ präsentieren und wurde auf Jürgen Kehrers Krimihelden aufmerksam. Schon die dritte, 1999 ausgestrahlte Folge mit Leonard Lansink war so erfolgreich, dass das ZDF der Reihe den prominenten Samstagabend-Sendeplatz anbot und mittlerweile vier Folgen pro Jahr herausbringt.

24 Folgen waren bereits zu sehen, zurzeit ist Nummer 28 in Arbeit. Folge 25 kommt kurz nach Weihnachten heraus. Sie heißt „Das Jubiläum“ und ist auch so gemeint; dem ZDF war sie eine Medienkonferenz am Produktionsort Köln wert. „Das Jubiläum“ ist schon deshalb ungewöhnlich, weil es kaum in Münster spielt. Sondern auf einem Wasserschloss, wo Wilsberg an einem Klassentreffen teilnimmt. Ein Mitschüler wird dabei ermordet, und fast jeder Anwesende kommt als Täter in Frage. Ein klassisches Agatha-Christie-Motiv also.

Die Hauptdarsteller spielen dabei genussvoll die Klischees heraus. Hat da jemand Schimanski gesagt? Leonard Lansink wirkt geschmeichelt. Natürlich, der Vergleich ehre ihn, aber Wilsberg vertrete eher „die ruhige Abteilung“. Der treudoofe Finanzbeamte Ekki (Oliver Korittke) gibt den Melancholiker, die quirlige Junganwältin Alex (Ina Paule Klink) ist Sanguinikerin und Rita Russeks Kommissarin darf Cholerikerin sein.

Diese vier vertrauten Typen und ihr Zusammenwirken, da sind sich die Produzenten sicher, garantieren den Zuschauererfolg. Weshalb sich die Charaktere nur in Details verändern dürfen, sagt Leonard Lansink: „Gib den Leuten, was sie erwarten – aber überrasche sie dabei.“

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