Hochschule Münster
Schlittschuhlaufen wie in der Ukraine mit dem Studierenden-Verein

Münster - Sie sind jung, talentiert und fahren gut Schlittschuh. Und das ist nicht alles, was die Mitglieder des Vereines ukrainischer Studierenden (USV) in Münster ausmacht. Aber das Treffen jeden Dienstagabend in der Eishalle gibt ihnen ein...

Montag, 29.12.2008, 11:12 Uhr

Münster - Sie sind jung, talentiert und fahren gut Schlittschuh . Und das ist nicht alles, was die Mitglieder des Vereines ukrainischer Studierenden (USV) in Münster ausmacht. Aber das Treffen jeden Dienstagabend in der Eishalle gibt ihnen ein Heimatgefühl - viele Tausend Kilometer von ihrem Geburtsort entfernt können sie ihrem Volkssport nachgehen.

Die Idee der Schlittschuhtreffs gehört dem Vorsitzender des USV, Sergej Kachurovskiy , der in seiner Heimat Ukraine Eishockey gespielt hat. „Ich habe es einem Freund vorgeschlagen, die anderen holten sofort ihre Schlittschuhe aus den Schränken und kamen mit!“, freut sich Sergej über die Resonanz.

Dabei ist die Hauptbeschäftigung der jungen Leute aus dem Land der Orangen Revolution nicht das Gleiten auf der Eisfläche, sondern eine anstrengende Arbeit an der Universität Münster: im Vorlesungssaal, in der Bibliothek oder am Lehrstuhl, als Student, Doktorand oder junger Professor. Die Mitglieder des USV studieren eine breite Palette von Fächern: Deutsch, Physik, Jura, Kommunikationswissenschaften, Wirtschaft. Gemeinsam für alle diese Studenten sind überdurchschnittliche Leistungen in ihrem Fach und Russisch als Kommunikationssprache.

„Zuerst war unsere Organisation für Studierende aus der Ukraine gedacht. Mittlerweile sind bei uns Leute aus der ganzen ehemaligen Sowjetunion - Kasachstan, baltischen Republiken, Moldavien, Weißrussland willkommen“, so Kachurovskiy.

Zu den Zielen des Vereins, der schon vier Jahre als Treffpunkt und seit einem Jahr als offizielle Anlaufstelle für russischsprachige Studierende existiert, gehört es, den Mitgliedern zu helfen, in Deutschland den Faden nicht zu verlieren, sprachliche Komplikationen zu mildern und bei der Jobsuche mitzuwirken.

Als Student der Geoinformatik weiß Kachurovskiy aus eigener Erfahrung, wie kompliziert es ist, als Ausländer an der deutschen Uni zurechtzukommen. Denn hiesige Hochschulen fordern von den Studenten mehr Selbstständigkeit als die in seiner Heimat.

Jede Menge Spaß haben die jungen Akademiker gemeinsam. „Wir feiern Geburtstage, spielen Volleyball, gehen aus, gucken fern, verreisen zusammen“, erzählt Alexander Dzaypko, einer der 300 Mitglieder der USV. Der in der westukrainischen Stadt Khust geborene junge Wissenschaftler promoviert in Münster in Physik und ist über die Entstehung des USV sehr froh. So fühle er sich in Münster wie zu Hause.

Das internationale Zentrum „Die Brücke“ ist eine wichtige Adresse für den Verein. Hier begegnen sich die USV-Mitglieder regelmäßig. Durch den Kontakt zu den Landsleuten läuft das Studium auch besser. Was nach dem Studium geschieht, wissen die meisten nicht genau. „Das Ende ist offen“, sagt Sergej Kachurovskiy. Klar bleibt aber, dass solche Spezialisten sowohl in Münster als auch in ihrer Heimat wie in jedem anderen Land willkommen sind.

» Kontakt: 2489149.

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