Nachrichten Münster
Wo die Wiedertäufer Gas geben

Freitag, 12.12.2008, 12:12 Uhr

Münster - Jan van Leyden, Bernhard Knipperdolling und Bernd Krechting sollen im Herbst 2009 in den leer stehenden Gasometer einziehen. Verantwortlich für diese Zeitreise aus dem 16. Jahrhundert bis ins Heute sind die Münsteraner Stefan Eickmeyer (42) und Christoph Kaltmeyer (40).

Die beiden in der Szene nicht ganz unbekannten Musiker wollen in dem ehemaligen Gasspeicher einem Wiedertäufer-Musical zu einer Welturaufführung verhelfen. Dem Vernehmen nach zwei Jahre lang soll der Gasometer als Musik-Theater dienen. „Eine gute Location“, so Eickmeyer.

Erste Gespräche mit der Stadt und dem Gebäude-Eigentümer Stadtwerke seien bereits geführt worden, erklärte Eickmeyer. Die Resonanz: überwiegend positiv. „Ein sehr interessantes und engagiertes Projekt“, lobte etwa Stadtdirektor Hartwig Schultheiß nach der Präsentation.

Die Stadtwerke haben nach den Worten ihrer Sprecherin Petra Willing „grundsätzliche Bereitschaft für eine temporäre Nutzung“ des Gasometers erklärt. Zumal das Unternehmen selbst dabei keine Kosten habe. „Verträge gibt es aber noch nicht.“

Auch aus der Politik kamen bereits zustimmende Signale für das Vorhaben, das dem alten Speicher neues Leben einhauchen soll. Allerdings müsse das Problem der Parkplätze geklärt werden, so eine Forderung an die Musical-Macher.

Nach fast 500 Jahren sei es an der Zeit, die Wahrheit über die Wiedertäufer zu berichten, schreiben Eickmeyer und Kaltmeyer auf ihrer Website. Seit eineinhalb Jahren arbeiten sie nach eigener Darstellung an diesem Projekt. Das soll mithilfe von Sponsoren aus der Wirtschaft im kommenden Jahr Realität werden. Mit weiteren Einzelheiten wollten sich die Veranstalter aber noch bis Ende nächster Woche zurückhalten. „Es müssen noch einige Gespräche geführt werden.“

In der Vergangenheit hatte es immer wieder Überlegungen für eine neue Nutzung des nicht mehr benötigten Gasometers gegeben. Zuletzt war der Speicher als Ausstellungshalle für Oldtimer im Gespräch. Doch dieses Vorhaben scheiterte. Insbesondere die Parksituation am Gasometer, der zwar verkehrsgünstig an der Ecke Umgehungsstraße/Albersloher Weg liegt, jedoch per Pkw nur über den Boelckeweg zu erreichen ist, hat neue Nutzungen bislang verhindert.

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