Wirtschaft Münster
Filbry pokert am Hafen

Münster - „Unser Investor hätte sofort gekauft“, sagte Walter Filbry gestern - am Tag, nachdem Osmo-Insolvenzverwalter Michael Mönig und das Architekten-Duo Rainer Kresing / Andreas Deilmann die Fristen ihres Kaufvertrages bis zum Jahresende...

Samstag, 24.01.2009, 08:01 Uhr

Münster - „Unser Investor hätte sofort gekauft“, sagte Walter Filbry gestern - am Tag, nachdem Osmo-Insolvenzverwalter Michael Mönig und das Architekten-Duo Rainer Kresing / Andreas Deilmann die Fristen ihres Kaufvertrages bis zum Jahresende verlängert hatten. Und er hätte, so betont der münsterische Immobilienmakler, der nach eigenen Angaben als Subunternehmer und Projektentwickler für einen niederländischen Investor tätig ist, auch einen ähnlichen Preis gezahlt wie die beiden Architekten.

SPD-Ratsfraktionschef Wolfgang Heuer übte unterdessen erneut Kritik am Vorgehen der Stadt: „Das ganze Verfahren ist denkbar schlecht gehandelt worden.“ Dass das ursprünglich einmal vorgesehene Wettbewerbsverfahren für das gesamte Areal - also Osmo-Fläche plus Stadtwerke-Grundstück - gestoppt worden sei, ist in den Augen Heuers ein „Versäumnis“. „Im Sinne einer vorausschauenden Stadtplanung wäre das sinnvoll gewesen“, griff Heuer Stadtdirektor Hartwig Schultheiß an. Der hatte Ende vergangenen Jahres, nachdem das Interesse von Deilmann und Kresing öffentlich geworden war, ein entsprechendes Workshopverfahren als nicht mehr erforderlich angesehen.

Angesichts der möglicherweise geplanten europaweiten Ausschreibung des Stadtwerke-Grundstücks warnte Heuer: „Die Ausschreibung darf nicht nur dazu dienen, den Schein zu wahren.“ Aber man müsse die Interessen von Deilmann und Kresing berücksichtigen.

Interessent Filbry zeigte sich gestern verwundert über die jüngste Entwicklung in Sachen Osmo-Hallen. Er sei Anfang Dezember mit einem potenten Interessenten aus den Niederlanden beim Insolvenzverwalter gewesen. Der habe betont, er sei derzeit vertraglich gebunden, aber im Januar wieder frei. Doch im Januar habe man sich 14 Tage lang vergeblich um einen Gesprächstermin bemüht. Und das findet Filbry „merkwürdig“. Schließlich sei sein Investor bereit gewesen, das 45000 Quadratmeter große Osmo-Gelände sofort zu erwerben.

Gleichwohl will der Niederländer aber am Ball bleiben, wie Filbry versichert. Er werde sich mit einer „optimalen Planung“ an der zu erwarteten Ausschreibung beteiligen und sich jetzt zunächst ganz auf das Hafen-Grundstück der Stadtwerke konzentrieren. Zu diesem Zweck solle bereits in den nächsten Wochen ein Workshop mit einem namhaften Architektenbüro stattfinden.

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