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Diskussion um Flechtheim-Speicher: Betten oder Büros am Hafen?

Münster - Betten oder Büros - das ist die Frage, die die Stadtwerke seit Monaten beschäftigt. Und die am 10. Februar endgültig beantwortet werden soll. Es geht um die Zukunft eines alten Speichergebäudes am Stadthafen...

Dienstag, 03.02.2009, 12:02 Uhr

Münster - Betten oder Büros - das ist die Frage, die die Stadtwerke seit Monaten beschäftigt. Und die am 10. Februar endgültig beantwortet werden soll. Es geht um die Zukunft eines alten Speichergebäudes am Stadthafen.

2007 hatten die Stadtwerke einen beschränkten Wettbewerb ausgeschrieben, bei dem es zwei Sieger gab. Und seitdem geht es zwischen den beiden hin und her. Derzeit geht die Diskussion wieder mehr in Richtung Hotel.

Einer der beiden Preise ging an den münsterischen Architekten Andres Heupel , der hier ein Hotel etablieren möchte. Wie es heißt, hat er dafür auf der Januar-Sitzung des Stadtwerke-Aufsichtsrates einen Berliner Investor präsentiert, die HCB Hospitality Concepts Berlin GmbH. Und man munkelt, dass sich der Hotelkonzern Steigenberger für den Standort interessiere.

Der andere Preis ging an das Büro Pfeiffer, Ellermann und Preckel, das eine kombinierten Büro- und Archiv-Nutzung vorgeschlagen hat. Während die ursprünglich angedachten Archiv-Nutzer sich zurückgezogen haben, gibt es für die Büroflächen offenbar etliche Interessenten. Einer davon: das Architektenbüro Pfeiffer, Ellermann und Preckel, das mit der kompletten Belegschaft von Lüdinghausen nach Münster umziehen möchte.

Das Problem bei der Entscheidungsfindung: Es gibt keine einheitliche Meinung bei den Stadtwerken. Die Geschäftsführung der Stadtwerke favorisiert die Büro-Lösung, während Teile des Aufsichtsrates einschließlich des Vorsitzenden Stefan Weber mit dem Hotel liebäugeln.

Die Stadtwerke wollen den Speicher in ihrem Besitz behalten, um die Existenz ihres nahe gelegenen Kraftwerks nicht zu gefährden. Und das ist wohl auch der Hauptgrund, warum die Geschäftsführung die Büro-Lösung favorisiert.

Offenbar sieht man bei einem Hotel eher die Gefahr von Interessenkonflikten, zumal die Stadtwerke in diesem Fall wohl nicht selbst investieren, sondern die Immobilie im Rahmen eines Erbpacht-Vertrages zur Verfügung stellen würden. Die Hotel-Befürworter halten die Risiken allerdings durch entsprechende Vertragsbestimmungen für beherrschbar.

Pikanterie am Rande: Inzwischen haben Politiker - sensibilisiert durch das Thema Osmo-Hallen - schon die Frage gestellt, ob die Stadtwerke den Speicher überhaupt so ohne Weiteres einem Investor überlassen können - oder ob nicht auch für die Erbpacht-Lösung eine europaweite Ausschreibung erforderlich wäre. Der Fall Osmo lässt grüßen. . .

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