Wirtschaft Münster
Eine rollende Erfolgsgeschichte

Samstag, 28.02.2009, 12:02 Uhr

Münster - Das Geschäft rollt - seit 25 Jahren. Raimund Gerwing ist zufrieden. Sonst hätte er sich nicht im vergangenen Jahr dazu entschieden, sagt der Kaufmann, im Iduna-Hochhaus ein zweites Ladenlokal anzumieten. Gerwing schreibt seit 25 Jahren an einer rollenden Erfolgsgeschichte , die damals im Hinterhof mitten im Flussviertel von Münster begonnen hat und etwas an eine Karriere eines Tellerwäschers in Amerika erinnert. Am 7. März feiert er zum Auftakt der Fahrradsaison den runden Geburtstag seines Unternehmens.

Fünf Studenten, die 1984 zusammen in einer WG an der Oderstraße wohnten, mussten sich damals das Geld für einen Schuppen in ihrem angemieteten Haus dazu verdienen. Was lag näher, als in Münster „in Fahrräder zu machen“, erinnert sich Raimund Gerwing. Jeden Nachmittag „schob“ einer Dienst, samstags wechselten sie sich ab. Damals war das Sortiment aber nicht so breit gestreut wie heute, sagt Gerwing und erinnert sich an Hollandräder, an Stricker-Leezen und an das Highlight von Peugeot . Damals war sogar die „Sportbörse“ im Winter noch Untermieter im Drahtesel.

1987 kommt der Drahtesel immer besser in Fahrt. „Wir waren der erste Laden in Münster, der Mountainbikes gezeigt hat“, sagt Gerwing. 1988 folgte der Durchbruch. Der Drahtesel packt seine Siebensachen ein und zieht in den Iduna-Pavillon um. Alleiniger Inhaber ist Raimund Gerwing, der Diplom-Chemiker ist, sich als Kaufmann spezialisiert und einen Faible fürs Zweirad hat. Der 50-Jährige schwärmt: „Radfahren ist toll.“ Er verkauft nicht nur Leezen aller Art, er sitzt in seiner Freizeit auf Touren- und Rennrädern und ist Fördermitglied des Fahrradclubs ADFC .

Wenngleich Gerwing zwischenzeitlich mit dem Gedanken gespielt hat, seinen Standort zu wechseln, so sei er heute über die zentrale Lage am Servatiiplatz froh. „Wir haben die beste Teststrecke vor der Tür“, schwärmt die rechte Hand des Chefs, Nikola Rosenbaum, von Promenade und Kopfsteinpflaster.

Raimund Gerwing präsentiert heute ein breites Sortiment mit Alltags- und Tourenrädern sowie Rennrädern, Bekleidung und Zubehör. Anhänger sind wie Elektro-Räder ein starkes Thema. Der „Drahtesel“ beschäftigt je nach Saison zwischen elf und 15 Mitarbeiter, bildet aus und legt nach eigenen Angaben großen Wert auf Service, Qualität und Beratung.

Selbst in New York, am Chiemsee und in der Schweiz fahren Räder vom Drahtesel. Häufig seien die Kunden früher als Studenten in Münster gewesen. Das Unternehmen ist stolz auf die eigenen Räder. „Offensichtlich haben wir damit den Nerv unserer Kundschaft getroffen“, so Gerwing.

Er blickt optimistisch in die Zukunft, denn Fahrradfahren sei für die Gesundheit gut, für die Ökologie und für die Mobilität. Raimund Gerwing hat im Herbst mehr Ware als viele seiner Mitbewerber eingekauft, weil er überzeugt ist vom Fahrradboom: „Wir sind in Münster schon sehr weit, aber es geht noch was.“

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