Nachrichten Münster
Osmo-Hallen unter Denkmalschutz stellen?

Donnerstag, 26.03.2009, 07:03 Uhr

Münster - Es hatte ein bisschen von „Wünsch Dir was“, als der Verein Debatte am Dienstagabend im neuen Jovel am Albersloher Weg über die Zukunft des Stadthafens debattierte.

Die Künstlerin Sylvia ellis Kruck machte den Vorschlag, auf der Südseite des Hafenbeckens eine Allee zu pflanzen und Galerien anzusiedeln. Der Dortmunder Stadtplaner Kunibert Wachten plädierte für einen klassischen Industriehafen, was in Zeiten „des Kanalausbaus und verstopfter Autobahnen“ durchaus Sinn mache. Martin Korda , Architekt an der Fachhochschule Münster , wünschte sich eine Fahrradbrücke, die das Hafenbecken überspanne, woraufhin ihm zugeraunt wurde: „Dann lieber eine Fähre, damit noch Schiffe in den Hafen fahren können.“

Und aus dem zahlreich erschienenen Publikum kam der Vorschlag, die alten Osmo-Hallen unter Denkmalschutz zu stellen. Ganz häufig wurde unterdessen der Verlust alter Hafenkräne und Hafengebäude sowie das Vordringen von „Investorenarchitektur“ bemängelt: Noch ein Büro, noch ein Café.

Doch zugleich war auch Konsens, dass das Hafenquartier Probleme mit grölenden Partygängern, einer Vermüllung brachliegender Flächen und einem enormen Parkproblem zu kämpfen hat.

Kurz und gut: Am Hafen gibt es einen gewaltigen Zielkonflikt. Die Münsteraner, so Wachten unmissverständlich, stünden am Scheideweg. Entweder würden sie „die Altstadt an den Hafen verlagern“, dann wäre der Hafen durchgeplant, würde aber den „Charakter des Unfertigen und Bruchhaften“ verlieren.

Oder aber die Münsteraner würden sich für eben dieses Unfertige und Bruchhafte entscheiden. Dann indes seien auch „Störungen und Konflikte“ unvermeidbar.

Insgesamt war in der Aussprache eine hohe Sympathie für die Osmo-Hallen erkennbar. Korda meinte: „Wenn die Hallen verloren gehen, erinnert nichts mehr an den Hafen.“ Zugleich räumte der Architekt aber ein, dass es schwer sei, eine finanziell tragfähige Nutzung des Areals zu realisieren, ohne die Hallen abzureißen. Von einer Dabattiererin kam ein ganz neuer Vorschlag: Die Osmo-Hallen als Spieleparadies für Familien!

Jovel-Chef Steffi Stephan indes wies auf eine Entwicklung hin, an der sowohl das Spieleparadies als auch die von Wachten angedachten Industrieansiedlungen scheitern dürften: „Der Hafen ist richtig teuer.“ Dazu passte eine Äußerung des früheren Stadtbaurates Gerhard Joksch: „Das ganze Hafenareal gehört den Stadtwerken und damit der Stadt.“

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