Nachrichten Münster
Regentenkonferenz - „Wir wollen keine Supermänner produzieren“

Sonntag, 22.03.2009, 15:03 Uhr

Münster - Männlichkeit und Väterlichkeit - Eigenschaften, die ein Priester für sein Amt in sich vereinen sollte. Doch eine Studie zeigt, dass es immer weniger väterliche Rollenmodelle gibt, was es Jungen schwer mache, ein sicheres Gefühl von Männlichkeit zu entwickeln, verdeutlichte Dr. Andreas Tapken , Regens des Priesterseminars am Domplatz.

Im Borromaeum ging Freitag die einwöchige Jahrestagung der Deutschen Regentenkonferenz zu Ende, zu der auch ein Ausflug nach Bremen gehörte. 35 Leiter der deutschen Priesterseminare reisten nach Münster an. An der Spitze der Münchener Regens, Msgr. Dr. Franz Joseph Baur , der zum Vorsitzenden der Deutschen Regentenkonferenz für eine zweite vierjährige Amtszeit wiedergewählt wurde.

Mit Andreas Tapken zog er Bilanz nach der Woche, die sich mit Blick auf weiter gesunkene Zahlen an Priesterkandidaten intensiv dem Thema widmete: „Geistliche Vaterschaft in einer vaterlosen Gesellschaft.“

Die Regenten, die bewusst stereotype Rollenmuster vermieden, sehen es als Herausforderung an, Männern dabei zu helfen, eine gute Männlichkeit und Väterlichkeit zu entwicklen. Drei Frauen arbeiten in Münster an der Priesterausbildung mit, um eine gute männliche Identität zu erzielen.

„Ein Priester sollte eine gewisse Poligkeit an den Tag legen. Nähe zeigen, Leistungsfähigkeit mitbringen, Durchsetzungskraft, Risikobereitschaft und Mut zur Verantwortlichkeit haben“, sagte Tapken. Und fügte hinzu: „Wir wollen und können keine Supermänner produzieren.“

Auch an der laufenden Studienreform sind die Regenten beteiligt. Wichtig ist ihnen in der Priesterbildung ein externes Jahr, was „enorme Schübe an Reifung bringt“, wie Franz Joseph Baur hervorhob. Wie in der gesamten Gesellschaft zu beobachten ist, geben sich auch in den Priesterseminaren die Kandidaten nicht mehr so kämpferisch wie früher, so Bauer. Dem hielt Andreas Tapken entgegen, dass es sicher eine Tendenz sei, er aber durchaus Kämpfertypen an seinem Seminar habe. „Wir bemühen uns um eine persönlichkeitsorientierte Ausbildung, schauen sehr präzise hin, was die jungen Männer mitbringen und wie sie zu fördern sind.

Der Zölibat sei nicht das große Thema in den Priesterseminaren. Denn wer entschlossen sei, ehelos zu leben, habe auch nicht die Illusion, dass die Kirche den Zölibat aufheben werde, so der Leiter des Borromaeums.

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