Nachrichten Münster
Verkehrsminister Tiefensee zu Gast bei den Einzelhändlern

Mittwoch, 22.04.2009, 14:04 Uhr

Münster - Die Erwiderung kam lächelnd, mit freundlichen Worten, verbindlich im Ton. Aber sie kam. Die These von der Abwrackprämie als „Unwort des Jahres“, die Michael Radau , Vorsitzender des Einzelhandelsverbandes Westfalen-Münsterland, in den Raum gestellt hatte, ließ den angereisten Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee nicht ruhen.

Bei einem Festakt in den Räumen der Lottozentrale an der Weseler Straße hatten sich die versammelten Einzelhändler darüber mokiert, dass ihre Branche ohne staatliche Subventionen und Bürgschaften auskommen müsse. Anders als die Automobilindu­s­trie. Anders als die Banken.

Sogleich wanderte Tiefensee durch die Niederungen der Finanzkrise und der Konjunkturpakete I und II. Hätte die Bundesregierung keinen Rettungsschirm über die Banken gespannt, „hätten die Unternehmen ihre Kreditlinien verloren und wäre der Geldfluss zum Stillstand gekommen“. Sprich: Es ging der Bundesregierung bei ihrem Krisenmanagement auch darum, dass tatsächlich Geld aus dem Automat kommt, wenn man die EC-Karte hineinsteckt.

Ohne die 2500-Euro-Prämie, daran ließ Tiefensee ebenfalls keinen Zweifel, wäre die für Deutschland „existenziell notwendige“ Automobilindustrie ins Trudeln geraten. Mit Massenentlassungen ebenso wie in der Bauindustrie. Letztere profitiert von den energetischen Sanierungen, die von der Bundesregierung gefördert werden.

Kurz und gut: So schlecht kann die Politik der schwarz-roten Bundesregierung gar nicht sein, denn Einzelhandelsverbands-Vorsitzender Radau konnte Dienstag verkünden, dass der befürchtete „massive Umsatzeinbruch“ im Einzelhandel bislang ausgeblieben sei.

Udo Mager, Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung Dortmund, verwies als Gastredner sogar darauf, dass die Zahl der Arbeitsplätze in der Stadt Dortmund in den vergangenen zwölf Monaten gestiegen sei.

In seinem Vortrag über die „moderne Stadtentwicklung“ bezeichnete Tiefensee die „kompakte Stadt“ als die Stadt der Zukunft. Nachdem sich im Zuge der Industrialisierung die Arbeitsplätze von den Wohnungen weit entfernt hätten, werde es in Zukunft verstärkt darum gehen, die Lebensbereiche Arbeiten, Wohnen, Freizeitgestaltung und Einkaufen zusammen zu führen. Das sei gut für eine zunehmend älter werdende Gesellschaft und gut für die Umwelt.

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