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Sänger "Leichtmatrose" aus Münster startet durch

Donnerstag, 07.05.2009, 12:05 Uhr

Münster - Die Stadt hat einen neuen Glamour-Star: Auf Hochglanz poliert präsentiert sich der Münsteraner Andreas Stitz als die Kunstfigur „Leichtmatrose“. Der 36-jährige Pop-Sänger ist die Neuentdeckung des Hamburger Musikers Joachim Witt . Melancholisch, ernsthaft und nachdenklich ist sein Debütalbum geraten, das er am Samstagabend live vorstellt. WN-Mitarbeiter Leon Scherfig sprach mit dem „Leichtmatrosen“ über nicht unbedingt leicht verdauliche Themen.

Der Leichtmatrose hat den untersten Rang auf dem Schiff . Warum gerade diese Rolle?

Andreas Stitz: Weil es die sympathischste ist. In Filmen zum Beispiel habe ich schon immer mehr Sympathie für die Looser-Typen gehabt, nicht für die überkandidelten Helden. Der Leichtmatrose hat nicht viel zu sagen, dafür aber viel zu erzählen.

Zunächst spielten Sie in kleinen münsterischen Bands, dann entdeckte Sie der Sänger Joachim Witt. Ein Glücksfall und eine Überraschung?

Stitz: Ja, damit hätte ich nicht gerechnet. Plötzlich ist das ganze sehr professionell aufgezogen worden. Es gibt viel Arbeit mit der Promotion und der Plattenfirma. Und die Begegnung mit Joachim Witt war wirklich schicksalhaft: Schon als kleines Kind habe ich den „Goldenen Reiter“ gehört - es besteht eine Art musikalische Seelenverwandtschaft.

Solo starten sie jetzt offensichtlich durch. Ist der Leichtmatrose ein Einzelgänger?

Stitz: Ich denke schon. Musikalisch war es immer mein Ziel, etwas Eigenes zu machen, etwas, das komplett von mir ist. In der Band dagegen musste man immer Kompromisse eingehen - so kann ich ganz authentisch sein.

Sie arbeiten noch als Bewährungshelfer. In Ihren Texten geht es unter anderem um Drogen, Magersucht und Amokläufe. Persönlich Erlebtes?

Stitz: Das Album ist komplett autobiografisch. Das heißt aber nicht, dass ich alles auch im Freundeskreis erlebt habe. Es sind einfach die Themen, die mich beschäftigen.

Der Song „Junge von nebenan“ beschreibt die Innenansicht eines Amokläufers. Wollen Sie mit Ihren Liedern auch Tabus brechen?

Stitz: Ja, auf jeden Fall. Ich sehe das als künstlerische Pflicht. Das heißt natürlich nicht, dass ich Amokläufe befürworte. Aber ich möchte, dass die Leute bei solchen Themen am Ball bleiben und weiter darüber nachdenken. Themen müssen auch mal provozieren, das nehme ich in Kauf.

Apropos Provokation: Der Leichtmatrose trägt metrosexuelle Züge. Privat haben Sie eine Tochter . . .

Stitz: Ein wenig Provokation ist das auch. Für mich hat dieser metrosexuelle Ausdruck aber immer einen Anstrich von Melancholie. Es geht darum, Musik, Texte und die Kunstfigur zusammenzubringen.

Sie sind ja Münsteraner. Sieht man Sie mal auf dem Aasee segeln?

Stitz: (lacht) Klar, das können wir mal machen. Wenn Petra wieder auftaucht, fahr ich in dem Tretboot und lade Sie zum Fotoshooting ein.

» Samstag, 21.30 Uhr, Amp, Hafenstr. 64.

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