Nachrichten Münster
Die Hoffnung wächst

Samstag, 20.06.2009, 06:06 Uhr

Münster - Die Stimmung im Lager der Schüler und Studenten ist durchaus positiv. „Wir sind zufrieden, von all unseren Aktionen war die Demo der Höhepunkt“, zieht der Fachschaftsreferent des Allgemeinen Studierendenausschusses , Michael Dunker , das erste Fazit nach einer Woche straff durchorganisiertem Bildungsstreik . Rund 4000 Schüler und Studenten zogen am Mittwoch friedlich, aber lautstark protestierend durch die Innenstadt zum Schloss.

„Mitschüler, die sich vorher nie für Politik interessiert haben, gehen auf einmal auf die Straße. Das ist ein eindeutiges Zeichen“, stellt Schüler Tomás Imholz heraus. Der Zusammenhalt unter den Studierenden und Schülern sei enorm, immer mehr Betroffene beteiligen sich aktiv an den Protesten. „Diesmal sind wir nicht frustriert und gehen enttäuscht nach Hause, weil es nichts gebracht hat“, zeigt sich Jörg Rostek vom AStA zuversichtlich. Vor allem die Politiker seien endlich unter Zugzwang gekommen, sich zu äußern. „Das kann die Basis für einen Prozess sein, an dessen Ende die freie Bildung steht“, so Rostek hoffnungsvoll.

Die Forderungen der jungen Menschen nach mehr Mitspracherecht, kleineren Kursen und Klassen sowie freier Bildung sehen die Demonstranten aber noch lange nicht erfüllt. „Wir wollen nicht mit Phrasen abgespeist werden, die Dinge sollen auch umgesetzt werden“, wollen die Bildungsstreikenden nicht lockerlassen. Immerhin zeige die Masse der Forderungen, die sowohl Schüler als auch Studenten aufgestellt haben, dass etwas „grundsätzlich nicht stimmt“. „Äußerungen wie die von Bundesbildungsministerin Annette Schavan, unsere Forderungen seien „von gestern“ sind eine richtige Ohrfeige“, greift Dunker einen Punkt auf, in dem sich alle Aktiven nicht ernst genommen fühlen.

Auch von Marianne Ravenstein, Prorektorin unter anderem für studentische Angelegenheiten, fühlen sich die Streikenden allein gelassen. Sie reagiere nicht auf Anschreiben und fände keine Zeit für Diskussionen.

Die Schüler und Studenten wollen den Streik nun nicht abreißen lassen. „Wir wollen verhindern, dass wieder Alltag einkehrt, und wir vergessen werden“, so Jörg Rostek. Erste Vollversammlungen und Plenumstreffen sind bereits in Planung. Bundesweit haben sich rund 250 000 Aktive an der Bildungsstreikwoche beteiligt.

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