Hochschule Münster
"Baracke": Polizei verteidigt Einsatz gegen Linke - sechs Strafanzeigen

Mittwoch, 26.08.2009, 14:08 Uhr

Münster - Die Polizei hat nach ihrem Einsatz in der „Baracke“ sechs Strafanzeigen gegen Besucher einer von der „Antifaschistischen Linken“ veranstalteten Party erstattet. Die Vorwürfe lauten unter anderem Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte, Landfriedensbruch, Beleidigung und Körperverletzung, berichtet Polizei-Sprecher Alfons Probst . Ob auch das Ordnungsamt Anzeigen erstatten wird, wird sich nach Auskunft der Verwaltung heute entscheiden.

Über das, was in der Nacht zum Samstag in der „Baracke“ passierte, gibt es zwei unterschiedliche Versionen. Polizei und Ordnungsamt sprechen von teils massiven verbalen und körperlichen Angriffen gegen ihre Mitarbeiter, während sich die Linken wiederum als Opfer von Polizei und Ordnungsamt sehen.

Laut Polizei erschienen zunächst zwei Ordnungsamtmitarbeiter in der „Baracke“, nachdem sich Nachbarn über die Musiklautstärke beschwert hatten. „Die Partygäste wurden immer aggressiver, daraufhin wurden unsere Beamten hinzugerufen“, so Probst. Als diese versuchten, die Personalien der Partygäste zu ermitteln, seien sie unter anderem geschlagen worden. Daraufhin hätten die Beamten Verstärkung angefordert. Schließlich seien 20 Mann vor Ort gewesen, gegen die die Partygäste weiterhin „verbal und körperlich aggressiv“ vorgegangen seien. Dabei seien mehrere Beamte verletzt worden, berichtet Probst. Diese Beschreibung der Lage wird vom Ordnungsamt bestätigt.

Die Linken sehen alles ganz anders. Es habe keinerlei Aggressionen gegeben, vielmehr seien Gesprächsangebote an die Behördenvertreter zurückgewiesen worden. Nicht die Partygäste hätten Gewalt ausgeübt - sondern vor allem die Polizei.

Unterdessen betonte eine Uni-Sprecherin, dass sich an der Nutzung der Baracke - einem den Fachschaften Soziologie und Politik von der Universität zur Verfügung gestellten Veranstaltungsraum - erst einmal nichts ändern werde. Gleichzeitig stellte sie klar, dass die Verantwortung für die Vorgänge am Wochenende „auf Seiten der Nutzer“ liege.

Unterdessen erklärte Polizeipräsident Hubert Wimber gestern, „dass ich daran interessiert bin, dass die Vorwürfe zum polizeilichen Einschreiten, die der Allgemeine Studierendenausschuss (AStA) öffentlich erhoben hat, schnell geklärt werden.“ Auch wenn der Einsatz „dem ersten Anschein nach ein typisches Beispiel für den Verlust staatlicher Autorität zu sein scheint“, müsse - wie stets - geprüft werden, ob die Maßnahmen „insbesondere auch verhältnismäßig“ waren. Dies sei nun Aufgabe von Staatsanwaltschaft und Gericht.

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