Nachrichten Münster
Große Ratlosigkeit am Picassoplatz

Freitag, 07.08.2009, 10:08 Uhr

Münster - Ratlosigkeit - dieses Wort trifft die Stimmung der Gruppe, die an einer vom Tiefbauamt organisierten Führung zum Picassoplatz teilnimmt, am ehesten. „Wer nicht weiß, worum es geht, der sieht keinen Kopf“, sagt Reinhold Schmidt . „Die Leute müssen lernen, das hier zu verstehen“, entgegnet Margret Micha. Nicht jeder hat so viel Geduld. Während Tiefbauamt-Projektleiter Horst Blickensdorf erläutert, wie der Picasso-Kopf auf das Pflaster kam, steht ein paar Meter weiter ein Ehepaar und schüttelt verständnislos den Kopf.

Dass vom Bürgersteig aus nicht viel zu sehen ist, wird niemand bestreiten. „Aber das war doch auch von Anfang an bekannt“, sagt Horst Blickensdorf und zeigt mehrere Jahre alte Pläne. Wer Picasso erkennen will, muss hoch hinaus, in die erste, noch besser: in die zweite Etage des Picasso-Museums. Am besten ist der Blick übrigens aus dem dritten Stockwerk, doch das ist für die Öffentlichkeit nicht zugänglich.

Nächste Woche ist der erste Bauabschnitt fertig, diskutiert wird über das, was dort zu sehen ist, bereits seit Wochen. „Also ich finde das hier super“, rutscht es aus Blickensdorf heraus. „Als ich davon hörte, habe ich mich freiwillig als Projektleiter gemeldet. Damit meine Enkel mal sagen können: Opa war dabei.“ Dass es auch kritische Stimmen gibt, kann er nicht verstehen. „Es ist doch gar nicht gewollt, dass man etwas erkennt.“ Zumindest nicht von unten. Die Teilnehmer der Führung nicken.

Indes: Nicht jeder ist ratlos. Pascal Heying ist extra aus Berlin angereist, seine Oma hat ihm von dem Projekt erzählt. „Das sieht sehr schön aus“, schwärmt er. Sind über eine halbe Million Baukosten nicht zu viel? „Es wird ja noch weitergebaut. Das passt schon.“

2010 bekommt Picasso auch noch einen Pullover, er wird bis an die Mauern des Picasso-Museums reichen, über die Straße und über den Bürgersteig. Die drei Lampen auf dem Platz stehen bereits, 30 bis 40 Sitzgelegenheiten - 280 Kilo schwere „Pixelstühle“ aus Beton“ - und ein rotblättriger Schwarzahorn folgen in Kürze. „Da ist wirklich gute Arbeit geleistet worden“, sagt Blickensdorf - und hat noch einen Rat parat: Wer den Kopf von unten nicht erkennt, kann ja mal in ein paar Monaten Google Earth anklicken. „Da wird man ihn richtig gut erkennen.“

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