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Kampf um Zukunft der Dreifaltigkeitskirche zieht sich hin

Münster - Hinter dem Bauzaun haben Gemeindemitglieder das hohe Unkraut entfernt. Doch hinter den Kulissen zieht sich der Kampf um die Zukunft der Dreifaltigkeitskirche auf der Ecke Grevener Straße / Friesenring hin...

Samstag, 15.08.2009, 14:08 Uhr

Münster - Hinter dem Bauzaun haben Gemeindemitglieder das hohe Unkraut entfernt. Doch hinter den Kulissen zieht sich der Kampf um die Zukunft der Dreifaltigkeitskirche auf der Ecke Grevener Straße / Friesenring hin. Zuletzt hatte ein großes Architekturbüro, das sich in Münster erweitern will, das Gebäude aus den 40er Jahren kaufen und umbauen wollen. „Damit sind wir nicht am Ende“, erklärte gestern dessen Sprecher gegenüber den WN, „aber wir brauchen noch Partner.“ Überdies gebe es auch andere Standort-Optionen in der Stadt.

„Wir brauchen Zeit, Zeit, Zeit“, meint Gerhard Theben , Pfarrer von Heilig Kreuz, wozu die ehemalige Garnisonskirche gehört. Die Verkaufsverhandlungen verlangten „Nerven wie Drahtseile“.

Theben steht unter Zwang. Er hat für den Erhalt der Dreifaltigkeitskirche gekämpft, aber das Diktum des Bistums ist klar: „Der Standort ist für eine liturgische Präsenz nicht erwünscht.“ Auch wenn das abgängige Pfarrheim nebenan ab September durch einen Neubau ersetzt wird, soll es keinen Gebetsraum geben.

Derzeit geht es unter dem maroden Dach der Kirche geradezu urchristlich zu. Sonntags findet der Gottesdienst in der Krypta statt. Das Hauptgebäude ist gesperrt, weil Schäden im Dachstuhl die Sicherheit gefährden. „In der Gemeinde“, berichtet Ludger Rottmann, Pfarrgemeinderatsmitglied von der Gasselstiege, „hat sich eine Initiative pro Krypta gebildet.“ Wer wie er mit der Kirche groß geworden ist, suche dort weiterhin Anlaufpunkte.

Steht auch ein Abriss zur Option, wie man in der Gemeinde munkelt? „Das kann nur die Ultima Ratio sein“, winkt Pfarrer Theben ab: „Wir haben uns dafür eingesetzt, dass die Kirche bleibt. Und tun das immer noch.“ Was einmal abgerissen sei, werde nicht mehr aufgebaut.

Wie Bistumspressesprecher Karl Hagemann bestätigt, gebe es im Bistum derzeit „an fünf Stellen“ Diskussionen über neue Kirchennutzungen. Abreißen werde man nur, „wenn keine andere Möglichkeit übrig bleibt“.

Der Bauzaun um die denkmalgeschützte Kirche am Stadteingangstor Grevener Straße spricht symbolhaft vom Verfall. Doch eigentlich ist das Gebäude gut nutzbar. Kirchenvorstandsmitglied Herbert Stallkamp, Raumausstatter aus dem Kreuzviertel, zählt Vorzüge auf: „Sehr gute Autobahnanbindung, sehr schnelle Anfahrt in die Stadt.“ Das Yorkcenter gegenüber zum Einkaufen, der Germania-Campus als Treffpunkt. All das spreche für die Lage.

Der Abschied von der Pfarrkirche geht derweil in kleinen Schritten weiter. Im Oktober werden die beiden Glocken abmontiert. Die eine kam als Kriegsbeute aus Polen - sie wird zurückgegeben. Die andere stammt aus der Überwasserkirche. Auch sie kehrt heim. Wie es weitergeht, ist vorerst offen. Pfarrer Theben: „Wir haben keinen Termin.“

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