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Neuer Küchenchef auf Wilkinghege

Münster - „Schmoren!“ Alexander Frien bekommt leuchtende Augen, wenn er von seiner liebsten Garmethode für Fleisch berichtet. „Aber mit Niedrigtemperatur.“ Versteht sich, hier geht es ja schließlich um Spitzenküche...

Samstag, 15.08.2009, 17:08 Uhr

Münster - „Schmoren!“ Alexander Frien bekommt leuchtende Augen, wenn er von seiner liebsten Garmethode für Fleisch berichtet. „Aber mit Niedrigtemperatur.“ Versteht sich, hier geht es ja schließlich um Spitzenküche. Und dann berichtet der Chefkoch von der geschmorten Ochsenschulter, die er bei 65 Grad 60 Stunden lang im Ofen lässt. Ganz recht: pro Grad Celsius fast eine Stunde. Das Ergebnis? „Butterweich, das Fleisch zerfällt schon fast auf der Gabel.“

Geschmorte Ochsenschulter - das klingt handfest, und das ist es auch. Der Mann kommt schließlich aus der Pfalz , aus Bad Dürkheim, der Heimat des Saumagens. Dass bei ihm selbst das kulinarisch Handfeste höchsten Ansprüchen genügt, verrät seine berufliche Herkunft: Zuletzt war Alexander Frien drei Jahre lang bei Harald Wohlfahrt in der „Traube Tonbach“ tätig, Deutschlands berühmtester Feinschmeckeradresse. Seit einigen Tagen kocht er an Münsters vielleicht prominentestem Herd: Alexander Frien ist der neue Küchenchef auf Schloss Wilkinghege .

Münster - das liegt irgendwo nördlich von Frankfurt, also in einer Gegend, in die es den 38-Jährigen bis dahin nie verschlagen hatte. Doch dass man auf Wilkinghege einen neuen Chef suchte - das sprach sich auch im Schwarzwald rasch herum. Alexander Frien fuhr nach Münster und war sofort begeistert. Um die skeptische Familie zu überzeugen, machte er schnell Fotos von der neuen Wirkungsstätte und der neuen Stadt. Und seine Frau, seine Tochter und die beiden Jungs waren leicht zu gewinnen. „Keine glückliche Familie - kein glücklicher Job“, sagt Alexander Frien bestimmt. Und er hängt auch noch ein „gell?“ an. Wie schön für Schloss Wilkinghege!

So selbstsicher war der ausgelernte Hotelfachmann schon vor 15 Jahren, als er seiner eigentlichen Passion folgte und noch eine Kochlehre anhängte. Und zwar im ersten Haus am Platze, nämlich gleich in der „Traube Tonbach“. Zu seinen weiteren Stationen zählten der „Erbprinz“ in Ettlingen und das „Imperial“ auf Schloss Bühlerhöhe. Viel bessere Adressen gibt es in diesem Metier nicht.

Eine nicht zu vergessen: der Luxusitaliener „Da Gianni“ in Mannheim. Aus dieser Zeit stammt eine Vorliebe für die italienische Küche. Und die ist seiner neuen Speisekarte auch sofort anzumerken: Da gibt es Risotto und Polenta sowie seine eigene Version vom „Vitello tonnato“, schließlich auch den Klassiker, Wolfsbarsch in der Salzkruste.

Und wie steht es mit westfälischer Küche? Langsam, langsam. „Ich war hier schon viel unterwegs, aber ich hab noch nicht alles gesehen“, sagt Frien. Regionale Produkte verwendet er natürlich. Und als jemand, „der die bodenständige Küche liebt“, wird er früher oder später sicher auch Mett­endchen, Möppkesbrot und Suurmoos entdecken.

Wo ihm doch Münster so viel Spaß macht: „Eine Superstadt! Viel junge Leute, viel Kultur - man fühlt sich sofort wohl.“

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